Das ist wirklich besorgniserregend! Laut dem aktuellen World Wealth Report des Beratungsunternehmens Capgemini befindet sich die Zahl der Millionäre in Deutschland auf rasanter Talfahrt. 41 000 vermögende Menschen sind allein im Vorjahr quasi in die Armut abgerutscht: Sie dürfen sich offiziell nicht mehr Millionäre nennen! Deutschland, das Bermudadreieck für Millionäre! Das entspricht der Einwohnerzahl von Sendling. Ein ganzer Stadtteil einfach futsch! Rathaus und Staatsregierung würden den Katastrophenfall ausrufen und die Politiker uns vor der Kamera erklären, wie verdammt ernst die Lage ist. Gerade für München, das bekannt ist für seine hohe Millionärsdichte.
Zumal es auch nur die Spitze des Eisbergs ist. 2021 hatte Deutschland angeblich noch 2,68 Millionen Millionäre. Gemäß Capgemini waren es 2024 nur noch beklagenswerte 1,6 Millionen Millionäre. Wenn das so weitergeht, gehen uns tatsächlich bald die Reichen aus. Schon jetzt muss man sich fragen: Wo ist er hin, der deutsche Durchschnittsmillionär? Naja, einen können wir quasi in Echtzeit in den Medien beobachten. Denn er sitzt jetzt im Bundeskanzleramt. Laut einem bekannten Finanzmagazin beträgt das Vermögen von Friedrich Merz rund 12 Millionen Euro – sein eine Million teures Privatflugzeug nicht mitgerechnet. Vielleicht rutschen Millionäre mit Pilotenschein nicht so einfach aus der Statistik? Weil man dann sicher weiß, wo’s lang geht. Das wäre doch eine interessante und durchaus passende Präventionsmaßnahme für Sie, meine reichen Herrschaften.
Denn Sie sollten sich wirklich vorsehen. Immer häufiger sieht man bereits heute leere Parkplätze vor den Luxusgeschäften in der Maximilianstraße. Was sicher nicht den Parklizenzzonen und irgendwelchen Radlstreifen in München geschuldet ist – denn was interessiert mich als Millionär schon das Knöllchen für meinen Chauffeur. Stattdessen parkt der Bentley immer öfter vor Aldi. Das widerspricht denn auch der These, dass die Millionäre einfach nur umgezogen sind. Weg von Deutschland, dem Land der Bürokratie und der hohen Steuern. Und weg von den Neidern.
Doch was bitte wären wir ohne unsere Millionäre? Wer kümmert sich künftig um die teuren Weine, die exklusiven Kunstwerke, die Luxushotels, die teuren Autos und Privatjets? Kann man in ein paar Jahren überhaupt noch die „Höhle der Löwen“ besetzen? Oder mit Reality-TV-Shows ins Leben der Geldigen abtauchen? In welche Richtung sollen die Ultras im Fußballstadion denn noch „Scheiß Millionäre“ singen? Die Konsequenzen auf den Schwund sind größer als bislang angenommen.
Aber vielleicht haben einige unserer Super-Wohlhabenden auch nur beschlossen, ihren offiziellen Status Millionär in den Ruhestand zu verabschieden und das Leben in der gehobenen Mittelschicht zu genießen, bei dem man immer noch genügend Geld hat, um sich einen gewissen Luxus leisten zu können. An den Ausgabestellen der Tafel werden wir sie trotz der Herabstufung wohl eher nicht sehen. Es sei denn, sie haben in Kryptowährung investiert und ihr Passwort verschlampt. Nun verstecken sie sich eine Zeitlang in der Masse der Normalverdiener und kehren wieder zurück, wenn es ihnen eines Nachts wieder einfällt. Ein Hurra aufs Comeback unserer Millionäre! redaktion@ovb.net