Die Renovierung des Marktes am Wiener Platz soll bereits in der kommenden Woche starten. © Jens Hartmann
Maximal 20 Millionen Euro soll die Sanierung des Viktualienmarktes kosten, der Umbau soll stückerlweise erfolgen und könnte Ende 2027/Anfang 2028 beginnen. © Yannick Thedens
Stand jetzt treibt die Stadt die Sanierung der Märkte voran, die Renovierung des Wiener Platzes soll nächste Woche Donnerstag (17. Juli) im Kommunalausschuss beschlossen werden. Der Umbau des Viktualienmarktes ebenfalls, allerdings nicht mehr in der ursprünglich geplanten großen Version. Denn dafür fehlt der Stadt das Geld.
Dabei ist die Liste der Defizite lang. Die Bausubstanz der vielen Standl entspricht nach mittlerweile 75 Jahren Betriebszeit nicht mehr dem heutigen Stand der Technik. Die Keller sind niedrig und feucht, Fenster und Türen sind sanierungsbedürftig, das gilt auch für die Versorgungs- und Abwasserleitungen. Außerdem fehlt es an Toiletten, Lager- sowie Personalräumen.
Daher hatte der Stadtrat bereits 2018 eine große Sanierung beschlossen. Doch die Stadtkasse hat sich zwischenzeitlich merklich geleert. Voriges Jahr hatte die Stadt die Sanierung kurzerhand aus dem Haushalt gestrichen. Die Märkte München (MM) waren beauftragt, die Kosten zu senken und eine Lösung zu erarbeiten. Dies ist erfolgt. Wie die Verwaltung vorschlägt, soll die Sanierung nun in einem ersten Schritt in Abteilung 2 erfolgen, dabei handelt es sich um den Bereich rund um das Café Nymphenburg. Dass auf dem Areal begonnen werden soll, hat Gründe. Denn die Stadtwerke (SWM) starten im Frühjahr 2027 mit dem Verlegen von Fernwärmeleitungen unter Abteilung 2. Im Anschluss soll mit dem Bau der neuen Kellerräume (auch für Toiletten und Lagerflächen) dort begonnen werden. Das ist umfangreich, auch weil Bodenproben belastetes Material ergeben haben, das ausgetauscht werden muss.
Insgesamt kalkuliert die Verwaltung mit Kosten von maximal 20 Millionen Euro, darin enthalten sind auch Mittel für die Fernwärme, die Interimsstände sowie den Ab- und Wiederaufbau der Gebäude. Der Stadtrat muss die Gelder aber noch freigeben, dann könnte Ende 2027/Anfang 2028 begonnen werden. „Eine groß angelegte Komplettsanierung wäre natürlich unsere bevorzugte Lösung gewesen“, sagt Grünen-Vize Sibylle Stöhr. „Aber in der derzeitigen Haushaltslage ist sie einfach nicht drin. Deswegen ist es gut, dass wir nun zumindest schrittweise starten können.“ Die Sanierung sei elementar, sagt Marco Stohr von der Interessengemeinschaft Viktualienmarkt (IGV). Mit dem Kompromiss nun könne er leben. „Wir hätten zumindest ein paar Toiletten und Lagerräume mehr.“
Die Märkte München gehen davon aus, dass im Anschluss weitere Standl sukzessive je nach Bauzustand und Dringlichkeit saniert werden können. Aber auch dazu muss der Stadtrat jeweils Geld bewilligen. Denn anders als die Sanierung des Marktes Wiener Platz kann die Verwaltung den Umbau des Viktualienmarktes nicht aus eigenen Finanzmitteln stemmen.
Auch der Umfang für die Arbeiten in Haidhausen ist deutlich zurückgefahren worden. Die etwas abseits stehenden „Ganserlpavillons“ werden nun nicht mehr durch Neubauten ersetzt, sondern ebenso wie die übrigen Standl lediglich saniert. Auf neue Keller wird verzichtet. Die Kosten liegen dafür insgesamt bei rund drei Millionen Euro. SASCHA KAROWSKI