Party-Alarm im Uni-Viertel

von Redaktion

Immer wieder Müll und Lärm – Anwohner sauer

Am Morgen danach: Müll auf der Straße. © privat

Nicht mit ihnen: Eine Anwohnerinitiative setzt sich gegen ausufernde Partys zur Wehr. © Markus Götzfried

Die Maxvorstadt wird an lauen Sommerabenden zur Feiermeile – das Bild zeigt die Türkenstraße. © SIGI JANTZ

Freitagnacht ist die Hölle. Dann verwandelt sich die Gegend um die Schelling- und die Türkenstraße regelmäßig in eine ausufernde Partymeile. Bis in die Morgenstunden. Manche Anwohner sprechen von Zuständen wie am Ballermann. Am Morgen danach sind Straßen und Hinterhöfe durch Müll, Urin und Glasscherben verdreckt. Kein schöner Anblick. Und an erholsamen Schlaf ist in diesen Nächten sowieso nicht zu denken.

Jetzt formiert sich im Uni-Viertel Widerstand gegen das Partyvolk: Die Nachbarschaftsinitiative „Für eine l(i)ebenswerte Maxvorstadt“ hat dem Bezirksausschuss Maxvorstadt knapp 80 Unterschriften überreicht. Ziel: Das Zusammenleben von Anwohnern und Feiernden im öffentlichen Raum verbessern.

Nicole Thiel von der Initiative spricht von „unerträglichen Dimensionen“. Die Initiative betont: „Wir wissen, dass junge Menschen Raum zum Feiern brauchen, und haben nichts gegen Gastronomie oder Schanigärten, aber diese Zustände sind in einem Wohngebiet nicht mehr zumutbar.“

Besonders der „Giesinger Bräu“-Stehausschank und die „Superschmarrn“-Filiale mit angeschlossenem Kiosk an der Ecke Amalienstraße, hinter der „Hans im Glück“-Gründer Thomas Hirschberger und Gastronom Patrick Düwel stehen, geben immer wieder Anlass zu Beschwerden. Für sie scheinen andere Regeln zu gelten, so der Vorwurf vieler Anwohner.

Auch die alteingesessenen Wirte beobachten die Entwicklungen mit großem Unbehagen. So wie Markus Ciletti (58), der seit 26 Jahren das „Schall und Rauch“ an der Schellingstraße betreibt. Sein Lokal liegt zwischen Stehausschank und Kiosk. „Ich verstehe nicht, warum hier mit zweierlei Maß gearbeitet wird. Wir müssen beispielsweise akribisch auf die Einhaltung der Freischankflächen achten oder dürfen ab 23 Uhr draußen keine Getränke mehr servieren.“ Andernfalls werde er von der Bezirksinspektion angemahnt.

Der Superschmarrn nutze eine Gesetzeslücke aus. „Späti-Kioske“ sind sogenannte Mischbetriebe, wie das Kreisverwaltungsreferat erklärt. Diese Geschäfte bieten ein normales Warensortiment zum Verkauf an, betreiben parallel eine „erlaubnisfreie Gaststätte“. Der Schank- und Speisewirt darf „außerhalb der Sperrzeit zum alsbaldigen Verbrauch der Getränke an jedermann auf der Straße verabreichen“. Für diese Betriebe gelte auch nicht das in München sonst übliche Mehrweggebot.

Der BA stellt sich geschlossen hinter die Initiative und fordert eine schnelle Reaktion von der Stadt. „Wir müssen Stadt und Referate endlich stärker in die Pflicht nehmen, da sie bislang ihre Aufgaben nur unzureichend wahrnehmen“, findet BA-Mitglied Michael Laub (CSU). ULRIKE KREMER, STEPHANIE EBNER

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