Jede Menge Müllsäcke blieben nach einem Aktionstag der Stadt in Daglfing zurück. © privat
Gemeinsam, nachbarschaftlich und kreativ – so wollte das Planungsreferat vier Tage lang in Daglfing zeigen, wie man bisher ungenutzte Orte und Flächen mit Leben füllen kann. Die Zwischennutzung soll gute Stimmung für die geplante Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM) im Münchner Nordosten machen. Zitat: „Was sich bewährt, hat gute Chancen auch längerfristig im Nordosten zu bleiben.“
Geblieben ist nach den Aktionstagen aber vor allem eines: Müll. Zwei Wochen danach liegen in der Wiese an der Rennbahnstraße immer noch Glasflaschen und zahlreiche graue Säcke herum. Die Anlieger fragen sich nun verärgert, wie es sein kann, dass die Stadt ihren Müll einfach bei ihnen liegen lässt. Zumal das Planungsreferat immer wieder betont, dass es beim neuen Stadtquartier großen Wert auf Ökologie und Umweltverträglichkeit legt. „Wie passt das zusammen, wenn die Stadt noch nicht mal ihre eigenen Partyabfälle entsorgt?“, so die Bürger.
Bereits im Vorfeld hatten die Aktionstage für Verärgerung gesorgt. Das Planungsreferat erwähnte in seinen Ankündigungen mit keinem Wort die Mitfinanzierung durch den Bezirksausschuss Bogenhausen. Obwohl dies in den Richtlinien der Stadt fürs BA-Budget ausdrücklich gefordert wird. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass die Stadt zwar ein Künstler-Kollektiv engagiert hatte, aber offenbar nicht genügend Geld für deren Programm und die Künstler deshalb einfach an den Bezirksausschuss verwiesen hatte. Dort genehmigte man am Ende nur einen Teil der Summe mit der Anmerkung, das Planungsreferat solle den Rest übernehmen, schließlich habe es das Projekt ja auch bestellt.CARMEN ICK-DIETL