Cameron B. darf nach Hause fliegen. © Sigi Jantz
Eine junge Britin ist Ende April wegen mutmaßlichen Drogenschmuggels am Flughafen München festgenommen worden – sie hatte 30 Kilogramm Cannabis im Gepäck. Gestern wurde Cameron B. der Prozess am Amtsgericht München gemacht. Die 25-Jährige kam mit einer Bewährungsstrafe davon, ihr Haftbefehl wurde aufgehoben. Das Gericht habe in dem Urteil die „Bedrohungslage“ berücksichtigt, durch die sich ihre Mandantin zu der Tat getrieben sah, sagt ihre Verteidigerin, Anwältin Rita Drar.
Die Behörden kontrollierten Cameron B. beim Zwischenstopp in München. Sie war allein nach Thailand gereist und wollte über München zurück nach London fliegen. Doch ihre Rückreise endete nach dem Drogenfund in München, wo sie in Untersuchungshaft kam.
Den Schilderungen der Verteidigung zufolge handelte die junge Frau nicht aus freien Stücken. „Sie war eine Escort-Dame und wurde von einem ihrer Kunden ausgeraubt“, sagt Drar. Um ihre „Schulden“ zu begleichen, sei sie von ihrem Zuhälter, der ihr bis ins Frauenhaus nachgestellt hatte, genötigt worden, die Drogen zu schmuggeln. „Das war der Deal.“ Der Prozess sei „sehr emotional“, die Schöffen seien „sichtlich bewegt gewesen“. Cameron B. erhielt zwei Jahre auf Bewährung und darf nach Hause reisen. DAP