Blüten-Expertin Elisabeth Richter.
Der Umzug führte durch die Altstadt: Die Gärtnerinnen und Gärtner präsentieren ihre Blumenpracht.
In offizieller Mission unterwegs: Johanna König (10) ist das Münchner Kindl des Gärtnereiverbands. © Achim Schmidt (3)
Sonnenblumen, Rosen und sogar Palmen: Ein echtes Blumen- und Pflanzenmeer breitete sich gestern in der Münchner Innenstadt aus. Mit alten Traktoren, Blasmusik und vielen bunten Blumensträußen zogen Gärtnerinnen und Gärtner beim traditionsreichen Umzug am Gärtnerjahrtag durch die Altstadt – vom Viktualienmarkt bis zum Alten Peter. Dabei: 16 Gruppen, drei Kapellen und Kutschen mit Ehrengästen wie Münchens Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) oder Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) – sowie Johanna König (10), das Münchner Kindl des Gärtnereiverbands.
Auch Elisabeth Richter (41) von der Gärtnerei Richter in Eicherloh (Landkreis Erding) nahm am Umzug teil. Zum Gärtnertag gibt sie Profi-Tipps für Hobbygärtner, damit Blumen und Pflanzen auch in diesem wechselhaften Sommer aufblühen – also zwischen lang anhaltendem Regen und heftiger Hitze!
Was sollten Gärtner beachten? Eigentlich ist Regen ja gut für die Pflanzen: „Nach dem trockenen Frühjahr haben sie nach Wasser gelechzt“, sagt sie. Doch zu viel Nässe sei auch problematisch. Es gelte: Freilandpflanzen vertragen Wasser in der Regel besser als Topfpflanzen, weil sie besser vor Staunässe geschützt sind: „Das Wasser kann sich im Boden verteilen“, sagt Elisabeth Richter.
Also: Wer die Möglichkeit hat, sollte seine Pflanzen lieber direkt in den Boden setzen. Hier gibt es jedoch Unterschiede: Lehmige oder stark verdichtete Böden können Wasser weniger gut ableiten als sandige Untergründe. Und bei Topfpflanzen: Achtung bei Untersetzern! Während sie bei Hitze ideal sind, weil die Pflanze daraus zusätzlich mit Wasser versorgt wird, kann es derzeit passieren, dass die Pflanze darin zu nass wird – dann kann sich Staunässe bilden. Also immer die Untersetzer abgießen.
Wer auf Bodenbeschaffenheit und Standplatz nur wenig Einfluss hat, kann mit der richtigen Auswahl an Blumen vorsorgen: „Stauden und generell mehrjährige Pflanzen sind gut geeignet“, sagt sie. Robuste Sorten seien etwa Astern oder Rudbeckia, also der Sonnenhut.
Und wenn jetzt heiße Sommertage zurückkommen sollen, stellt das Gärtner vor Herausforderungen: „Dann kann es passieren, dass die Pflanzen sonnenkrank werden“, sagt sie. Sie lassen die Blätter hängen, als wären sie zu trocken. Topfpflanzen also besser in den Schatten stellen. Schattiernetze, die man über die Pflanzen spannt, können helfen.
Ansonsten: immer fleißig gießen! Hier gilt: besser morgens als abends, sagt die Expertin: „Dann nehmen die Pflanzen das Wasser besser auf.“ Doch Achtung: Zu viel Gießen ist auch gefährlich für die Pflanzen. Ein Tipp: Wenn die Pflanze den Kopf hängen lässt, ist sie nicht unbedingt zu trocken – es kann auch das Gegenteil der Fall sein. JULIAN LIMMER