Alexander Quiska (53), Sabine Fenzel (64), Renate Wimmers (75) und Elinda Quiska (15, von links) wehren sich gegen die Zustände am Rolands Eck. © M. Götzfried
Wie am Ballermann geht es nicht nur im Univiertel zu. Auch in Schwabing-West am Viktoriaplatz beklagen Anwohner Partylärm und ungezügelte Feierlustige, die sich am und im Lokal Rolands Eck noch spät aufhalten. „Das rücksichtslose Verhalten der Betreiber raubt uns alle Nerven und jeglichen Schlaf“, erzählt Alexander Quiska (53), der mit seiner Familie gegenüber wohnt. „Das ist de facto keine Gaststätte, sondern ein Club.“
Am 1. Mai eröffnete Gastronom Marc Uebelherr im ehemaligen „KVR-Steakhouse“ die Kultkneipe Rolands Eck. Ein echtes Comeback im Viertel. Die Partyabende aber gehen vielen Nachbarn gegen den Strich, nicht nur wegen des Lärms. Anwohnerin Sabine Fenzel (64) klagt: „Es werden Fahrzeuge beschädigt, Menschen urinieren an Hauseingängen und auf dem Spielplatz.“ Außerdem: Kot und Erbrochenes am Springbrunnen und auf den Gehwegen. „Das Problem ist, dass nach den Events vor unseren Wohnungen exzessiv weitergefeiert wird“, sagt Renate Wimmers (75). Laut Alexander Quiska hätten die Anwohner allein in den ersten sechs geöffneten Wochen des Lokals rund 40 Mal die Polizei einschalten müssen.
Betreiber Marc Uebelherr argumentiert, er wolle einen Stadtteiltreff für Jung und Alt schaffen. Vor allem Studierende fühlten sich hier wohl. „Der Laden brummt, die Preise sind nicht zu hoch“, sagt er. „Natürlich wird es dann mal laut. Dass es in der Vergangenheit zu viel war, sehen wir ein. Darauf haben wir reagiert. Wir haben die Terrassenzeiten gekürzt, Securities eingestellt, die für Ruhe sorgen sollen, und sind dialogbereit. Wir müssen einen Kompromiss finden, aufgeben wollen wir die Kneipe nicht.“
Der Bezirksausschuss Schwabing-West (BA) unterstützt die Betroffenen. „Wir werden ein dringliches Schreiben an die Behörden schicken. Die Entscheidung allerdings liegt beim KVR“, erklärt BA-Vorsitzende Gesa Tiedemann. Das Kreisverwaltungsreferat und das Sozialreferat versuchen, über Gespräche eine Lösung zu finden. Laut Alexander Quiska ist eine Mediation schon einmal gescheitert. Nun solle es bald Lärmmessungen geben. Er hat wenig Hoffnung, dass sich bald etwas ändert. „Wir gehen den rechtsstaatlichen Weg – aber wie man weiß, mahlen die Mühlen dort langsam …“WJO