Tödliche Geburtstagsparty

von Redaktion

Kohlenmonoxid im Kleingarten: Gastgeber stirbt mit 41

Vorstandsmitglied Engelbert Liebl ist geschockt.

Trotz Großaufgebot konnten die beiden Männer nicht mehr gerettet werden. © vifogra/Schmelzer

Dejan starb bei seiner Party in diesem Kleingarten am Fasaneriesee in Feldmoching. © SIGI JANTZ (2)

Die Getränke stehen noch auf dem Gartentisch, drumherum zahlreiche Stühle. Wie furchtbar dieses Bild ist, merkt man erst, wenn man den Blick auf das kleine Gartentürchen davor richtet: Rot-weiße Absperrbänder der Polizei deuten auf das Drama hin, das sich am Samstagabend hier in der Kleingartenanlage am Fasaneriesee (Feldmoching) zugetragen hat. Ein tödliches Drama, das die Leben zweier Münchner auslöschte!

Auf dem Kiesweg vor dem Gartentürchen brennt eine Kerze. Es ist ein Licht für Dejan: Der Münchner feierte hier am Samstagabend seinen 41. Geburtstag nach – gemeinsam mit sechs Gästen auf der Parzelle, die seine Familie gepachtet hat. „Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen“, berichtet Vorstandsmitglied Engelbert Liebl. Diese Party fand ein jähes Ende: Dejan und einer seiner Geburtstagsgäste starben infolge eines Gas-Unfalls im Gartenhäuschen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung.

Das Drama ereignete sich am Samstag gegen 17.45 Uhr. Party-Gäste riefen die Retter zu der Anlage an der Lerchenauer Straße. „Plötzlich kreiste ein Hubschrauber über uns“, sagt Liebl. Parallel rückte ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst an. Mit Atemschutzmasken drangen die Feuerwehrler zu Dejan ins Gartenhäuschen vor. Er lag bewusstlos im Keller. Einen 50-jährigen Freund fanden die Feuerwehrler vor dem Häuschen, ebenfalls bewusstlos. Beide Männer wurden sofort reanimiert. Doch die bittere Meldung kam am selben Abend: Dejan hat es nicht geschafft, er war in der Klinik gestorben. Gestern teilte die Polizei mit, dass auch der Freund nicht mehr am Leben ist. Er erlag am Sonntag seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Die anderen Gäste wurden leicht verletzt und teils ambulant behandelt. Wie genau sich der Unfall zutrug, ist noch unklar. Die Ermittler vermuten aber, dass der Generator im Keller der Hütte giftiges Kohlenmonoxid ausgestoßen haben könnte.

Die Gartler stehen unter Schock. Sie können nicht fassen, dass ein Mitglied ihrer Gemeinschaft aus dem Leben gerissen wurde. „Wir sind wie eine große Familie“, sagt Liebl. Dejan ist fest verwurzelt in der Stadt und in der Anlage. Der Tote, der bei BMW arbeitete, war einer von drei Söhnen der ehemaligen Wirtin, die die Vereinsgaststätte über 20 Jahre lang betrieben hatte. „Dejan war sehr oft da. Er war ein herzensguter Mensch, er hat immer geholfen, Rasen gemäht, Hecken geschnitten. Wir können nicht fassen, was passiert ist. Es ist eine Tragödie.“

Bilder, die Dejan in den sozialen Medien postete, zeigen einen unbeschwerten jungen Mann: ein Familienmensch mit vielen Freunden und Verwandten, der das Leben liebt und ein Faible für schöne Autos hat. „Er hat bei uns oft an seinem BMW gebastelt“, sagt Liebl. Kurz vor dem schrecklichen Unfall bedankte sich Dejan auf Facebook für Geburtstags-Glückwünsche: „Danke nochmal. Mögest du am Leben sein und es dir gut gehen.“ Ein Wunsch, der für ihn selbst nicht mehr in Erfüllung ging.DANIELA POHL

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