Die Spur des Rambo-Rasers

von Redaktion

Betrunkener Mann demoliert sechs Autos und flüchtet

Hier auf der Donnersbergerbrücke verursachte der Mann den ersten Unfall. © Jantz

Ein Unfall ereignete sich auf der Donnersbergerbrücke, in der Arnulfstraße beschädigte er insgesamt fünf weitere Autos, in der Birkerstraße verletzte sich ein Fußgänger. In einem solchen Toyota Aygo (re.) war der Raser unterwegs.

Es erinnert eher an einen Hollywoodstreifen – war aber tatsächlich Realität am Montagabend im Feierabendverkehr in München. Ein betrunkener Rambo-Raser ohne Führerschein bretterte wie im Wahn über eine Stunde durch die Stadt, demolierte dabei sechs Autos und erwischte fast noch einen Fußgänger. Jedes Mal flüchtete er vom Unfallort. Sogar als die Polizei ihm schließlich in die Quere kam, wollte der 32-jährige Münchner nicht aufgeben.

Die Wahnsinns-Fahrt begann gegen 18.30 Uhr auf der Donnersbergerbrücke, als der Fahrer des kleinen Toyota Aygo viel zu schnell Richtung Süden fuhr und seitlich einen VW einer 31-Jährigen aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen touchierte. Anstatt anzuhalten, drückte der 32-Jährige aufs Gas und flüchtete trotz Rotlicht in die Landsberger Straße stadteinwärts. Ob der Rambo dann weiterfuhr oder sich irgendwo aufhielt, ist noch unklar.

Eine Stunde später gegen 19.30 Uhr folgten gleich drei Unfälle an der Arnulfstraße. Der 32-Jährige streifte erst den Toyota einer 32-jährigen Münchnerin und fuhr dann auf einen Audi und einen Smart auf. Auch das bewegte ihn nicht zum Stehenbleiben. Währenddessen gingen bereits zahlreiche Anrufe von Zeugen bei der Polizei ein.

Glück im Unglück hatte ein 80-jähriger Fußgänger in der kleinen Birkerstraße, der gerade noch ausweichen konnte und stürzte. Glücklicherweise verletzte er sich nur leicht, klagte danach über Schmerzen im Rücken.

Erneut in der Arnulfstraße angekommen, ging die Unfall-Serie weiter: Der Münchner kollidierte mit einem Opel, der wiederum gegen einen Skoda krachte. In diesem Moment trafen mehrere Polizeistreifen ein. Der 32-jährige Fahrer flüchtete erneut und achtete wieder nicht auf Verkehrsregeln. Erst in der Landshuter Allee auf Höhe der Nymphenburger Straße konnte die Polizei den Mann stoppen.

Bei seiner Festnahme kamen auch Beamte des USK zur Hilfe. „Nur unter erheblicher Kraftanstrengung“, so ein Polizeisprecher, konnten die Polizisten den Fahrer aus dem Auto zerren und dingfest machen. Vier Beamte erlitten dabei leichte Verletzungen. Der 32-Jährige roch nach Alkohol. Weil er einen Atemtest verweigerte, wurde ihm Blut abgenommen. Das Ergebnis steht noch aus. Der Mann, der bereits über 30 Mal mit der Polizei Kontakt hatte – unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstand gegen Polizeibeamte – kam in Haft.

Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere zehntausend Euro. Die Polizei sucht nach weiteren Zeugen, um den genauen Hergang zu rekonstruierten. Hinweise bitte an das Unfallkommando unter 089/6216-3322. „Man kann von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist“, sagte ein Polizeisprecher.NINA BAUTZ

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