Jetzt ist er endlich da, der Sommer, und ich freu’ mich sehr. Ich darf schwitzen, ich suche den Schatten, das Eis schmilzt schneller als ich es essen kann, ich muss mich jeden Tag mit Sonnenmilch eincremen, nachts ist es fast zu warm zum Schlafen, ich gehe viel barfuß – es ist Sommer! Ja, es is wieder Sommer und auch endlich in unserer Stadt. Diejenigen, die sich bei dem vielen Regen und kaltem Wetter beschwert haben, sind jetzt hoffentlich alle draußen und freuen sich über die Wärme, also Hitze. Aber nein, was muss man sich jetzt wieder anhören? „Mei, is des a Hitz! Des is ja furchtbar, da konn ma ja gor ned nausgeh!“ Das Wetter bemüht sich wirklich, manchmal schießt es dabei vielleicht ein bisschen über das Ziel hinaus und wird extrem, aber furchtbar ist das für mich noch lange nicht.
Wissen Sie, was ich furchtbar finde? Dass es schon gleich wieder Lebkuchen in den Läden gibt. Ja wirklich. Lebkuchen-Hersteller sind bereits im Backstress. Die Aussage, dass sich die Menschen nach ihrem Urlaub auf die ruhige Vorweihnachtszeit freuen, und deshalb schon im August erste Lebkuchen in die Läden kommen, kann ich so ganz und gar nicht unterschreiben. Es ist ja noch nicht mal Wiesn, wo es Lebkuchen-Herzen in Massen (das kann beim Aussprechen auch missverstanden werden!) gibt. Und erst da kommt mir überhaupt der Gedanke an die Lebkuchenzeit, wobei ich mir da immer noch einen warmen, lauen, sehr goldenen Herbst wünsche. Aber weder das Leben noch das Wetter sind Wunschkonzerte. Angeblich macht schlechtes Sommerwetter Appetit auf Weihnachten. Kann ich auch nicht nachvollziehen und jetzt schon gleich gar nicht. Vielleicht kommt da bei mir auch dazu, dass ich überhaupt keinen Lebkuchen mag. Das wird’s sein!
Aber irgendwie habe ich trotzdem das Gefühl, dass wir auf den Winter vorbereitet werden sollen. Im Olympiapark hat gerade die Eislaufsaison begonnen, oder war das ein Schreibfehler und es wurde doch die Badesaison gemeint? Nein, der SAP-Garden öffnet seine Tore für Eisläufer bis Ende April. Da ist dann der Winter sicher auch mit drin. Es wird nicht nur im Kreis gelaufen, es wird auch eine Eisdisco geben und einen sogenannten Schlägerlauf. Das ist nix für besonders rabiate Menschen, sondern für solche, die sich im Team im Eishockey ausprobieren wollen. Für mich alles zu seiner Zeit. Für mich ist jetzt Sommer. Isar. Baden. Biergarten. Ja, und doch das ein oder andere Eis, aber nur am Steckerl oder in der Waffel.
Nichtsdestotrotz mangelt es für die „Sommer-Geplagten“ nicht an Alternativen! Lebkuchen kaufen, in die Eishalle fahren, ein paar Runden auf Schlittschuhen drehen und den Schläger schwingen, genüsslich in die „belegte Oblate“ beißen und schon ist diese „furchtbare Sommerhitze“ vorbei, zumindest für ein paar Stunden.