Zweifel am Demografie-Bericht der Stadt

von Redaktion

Trudering-Riem soll um mehr als 42 Prozent wachsen – Bezirksausschuss ist skeptisch

Der Stadtbezirk Trudering-Riem soll in 20 Jahren fast doppelt so viele Menschen wie bisher beheimaten. © Axel Haesler

Woher kommen die Zahlen im neuesten Demografie-Bericht der Stadt? Diese Frage stellt jetzt der Bezirksausschuss Trudering-Riem (BA). In der Prognose bis zum Jahr 2045 wird für den 15. Stadtbezirk weiterhin ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum vorhergesagt. In nur 20 Jahren soll der Bezirk um etwa 32 500 Einwohner wachsen. Das ist eine Zunahme von mehr als 42 Prozent. Damit belegt Trudering-Riem Platz zwei hinter Aubing-Lochhausen-Langwied mit der großen Entwicklungsmaßnahme Freiham.

„Das ehemalige Flughafengelände in Riem ist doch weitgehend besiedelt“, wundert sich Herbert Danner (Grüne) über die Zahlen. Die drei großen Siedlungsgebiete – der fünfte Bauabschnitt der Messestadt, die Heltauer Straße und der Rappenweg – seien derzeit mitten in der Bauleitplanung. Insgesamt soll es hier etwa 15 000 zusätzliche Einwohner geben. Damit bleibe ein Delta von 17 500 Menschen, so Danner.

„Weitere große Entwicklungsflächen im Stadtbezirk sind uns nicht bekannt und die Nachverdichtung in den gartenstadtähnlichen Siedlungsgebieten ist bereits weit fortgeschritten.“ Die Rahmenplanung entlang der Wasserburger Landstraße entwickle sich bislang kompliziert und wenig dynamisch. Außerdem gehe es dort quantitativ wenig um Wohnungsbau, mehr um Gewerbe. „Mit der derzeitigen Dynamik auf dem Baumarkt ergeben diese Zahlen keinen Sinn“, findet Danner.

Die Sprecherin des BA-Planungsausschusses, Magdalena Miehle (CSU), hingegen kann sich den Bevölkerungswachstum durchaus durch Nachverdichtung vorstellen. Allein auf der jüngsten Sitzung gab es Anträge über etwa 60 neue Wohnungen. Die Multiplikation auf 20 Jahre erbrächte eine durchaus erkleckliche Summe.

Sicherheitshalber fragt der BA jetzt nach, wo die bauliche Entwicklung stattfinden soll. „Oder hat das Planungsreferat vielleicht noch weitere große Siedlungsflächen identifiziert, von denen man im Bezirksausschuss noch nichts weiß?“ Sollen dafür eventuell Grünflächen, Grünzüge oder klimarelevante Achsen bebaut werden? Zudem hätte es Konsequenzen für die Infrastruktur. Daher auch die Frage, welche konkreten und realistischen Ausbauprojekte die Stadt denn im Bereich ÖPNV, plane, um die umweltfreundliche Beförderung der künftigen neuen Stadtteilbewohner zu gewährleisten?CARMEN ICK-DIETL

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