Die Stars bei der Weltpremiere

von Redaktion

Otti Fischer bis Stefan Raab: „Das Kanu des Manitu“ lockt sie nach München

Moderatorin Nina Eichinger. © babiradpicture/M. Hartmann

Ottfried Fischer mit Frau Simone. © babiradpicture

Christian Tramitz, Stefan Raab, Michael „Bully“ Herbig und Rick Kavanian (v. links). © Schneider-Press/Siebert

Die zwei Helden des Films: Abahachi (Bully Herbig, rechts) und Ranger (Christian Tramitz) reiten durch die Prärie. © dpa

Gruppenbild mit Sky: Die Schauspieler bei der Weltpremiere des Films „Das Kanu des Manitu“ im Mathäser Filmpalast. Für Sky du Mont (hinten rechts) war es der letzte Streifen. © Sven Hoppe

Da stehen sie wieder im Rampenlicht, die drei alten Freunde, 24 Jahre nach ihrem ganz großen Hit. Über ihnen glitzert der Sternenhimmel des Kinosaals, vor ihnen tobt das Publikum. Und Michael „Bully“ Herbig (57) wird nostalgisch: „Es ist wie eine Zeitreise“, sagt er. Neben ihm stehen die Schauspieler Rick Kavanian (54) und Christian Tramitz (70). Ersteren habe Bully schon von der Schule abgeholt, so lange kennen sich die beiden schon. Zweiteren trage er „seit 30 Jahren die Sachen hinterher“, sagt Bully. Für den sei das vor allem eins: „nützlich“, scherzt Tramitz zurück. Der Saal lacht. Rick Kavanian bleibt ernster: Die Situation sei gerade „surreal, wie ein Sketch“, sagt er.

Doch das war es nicht. Denn die drei haben gerade ihren neuen Film vorgestellt. „Das Kanu des Manitu“ lief am Dienstag im Mathäser Filmpalast. Die große Weltpremiere. Die Fortsetzung des „Schuh des Manitu“, 24 Jahre nachdem dieser fast zwölf Millionen Menschen in die Kinosäle lockte. Den bis heute erfolgreichsten deutschen Kinofilm.

Dass es diese Fortsetzung überhaupt gibt, sei beinahe beiläufig passiert, verriet Bully: Eigentlich hatte er den anderen beiden, Kavanian und Tramitz, ursprünglich eine Idee für ein anderes Projekt vorstellen wollen. Als sich die drei dann schon verabschieden wollten, habe Tramitz nebenbei gesagt: „Eigentlich schade, dass wir nie eine Fortsetzung von ‚Schuh des Manitu‘ gemacht haben“, so Bully. Das war der Auftakt.

Das Ergebnis war am Dienstagabend auf der Premiere zu sehen (die Rezension des Films lesen Sie im Kulturteil dieser Ausgabe). Unter den rund 3000 Gästen versammelte sich auch das Who’s who der deutschen Unterhaltungsbranche. Sogar Stefan Raab (58), der rote Teppiche sonst meist meidet, ließ sich blicken. Er steuerte Musik zum Film bei. Auch für ihn schwinge beim „Kanu des Manitu“ viel Nostalgie mit, sagte er: „Das ist das, was man erwartet.“ Ansonsten sei der Film richtig für jeden, „der mit der verrückten Welt da draußen mal für einenhalb Stunden“ nicht zu tun haben wolle, sagte die Entertainment-Legende.

Ottfried Fischer (71) wollte sich das auch nicht entgehen lassen. Seine Frau Simone schob ihn im Rollstuhl über den roten Teppich, ein seltener Auftritt der beiden: „Der erste Film war eine Sensation. Dass wir solche Komödien machen können, das hat mich geplättet“, sagte Fischer vor der Vorstellung. Von der Fortsetzung erhoffte er sich eine ähnlich gute Unterhaltung.

Dass der neue Film aber weit mehr ist, als ein nostalgisch aufgeladener Neuaufguss des Klassikers, fanden viele der Gäste – wie Moderatorin Nina Eichinger (43): „Man wird sofort von den alten Sachen abgeholt, aber dann passieren so viele neue Dinge, dass man gar nicht mehr weiß, wo man hinschauen soll.“ Der Film habe nur ein Manko: „Er ging viel zu schnell vorbei“, sagte die Tochter von Bernd Eichinger († 2011). Der hatten den ersten Teil mitproduziert.

Und dann waren da noch zwei besondere Ehrengäste: Hella Brice (76), die Witwe des vor zehn Jahren verstorbenen Winnetou-Darstellers Pierre Brice. Sie posierte zusammen mit dem US-Schauspieler Alan Tafoya, der eine kleine Rolle in dem neuen Film spielt. Er gehört den Jicarilla Apachen aus New Mexiko an und reiste für die Premiere erstmals nach Deutschland. Das bedeute ihm wahnsinnig viel, sagte er später auf der Bühne, während Tränen über sein Gesicht liefen. Mehrmals stocke seine Stimme, als er sagte: „Es hat mein Herz berührt, nicht nur in dem Film zu sein, sondern zu wissen, dass die Deutschen so gütig zu den Apachen sind, zu den Ureinwohnern Amerikas.“

Emotional wurde es auch für den Schauspieler Sky du Mont (78) – es war sein letzter Film. Als er auf die Bühne schritt, gab es Standing Ovations: „Das war für mich ein unglaubliches Dankeschön, ein Höhepunkt.“ Und ein tolles Ende für einen, der es anfangs nicht immer leicht beim Publikum gehabt habe, weil er so oft die Bösewichte spielte, wie er selbst sagt. JULIAN LIMMER

Artikel 7 von 11