Die Einfahrt ist sogar für die Familie als Anlieger teilweise ganz gesperrt. © Jens Hartmann (2)
Petra Ensle befürchtet Einbüßen für ihre Gärtnerei.
Petra Ensle ist verärgert. Zurzeit hat sie eine Vollsperrung vor ihrer Gärtnerei am Mitterfeld. Und das hat fatale Folgen für ihr Geschäft, denn somit können ihre Kunden nur noch über große Umwege anreisen. Teilweise sind die Zufahrten zum Geschäft sogar komplett gesperrt! Auch die Zugänge zum neuen und alten Riemer Friedhof sind betroffen.
„Wir kennen schon einige Baustellen, aber eine Vollsperrung hatten wir noch nie“, sagt Ensle. Jetzt ist die Baustelle direkt vor Ensles Gärtnerei-Tür. „Laut unserem Kenntnisstand ist eine Einfahrt zu uns dauerhaft gesperrt und die andere stundenweise“, so die Chefin. Sie befürchtet: „Viele Kunden drehen einfach um, wenn sie eine solche Baustelle sehen.“ Auf der Website der Stadt München heißt es, die Straße „Am Mitterfeld“ sei von 4. bis 24. August weder für Autos noch für Radfahrer befahrbar. Das Baureferat München sagt, dass die Gärtnerei die nördliche Einfahrt nutzen könne. Kunden müssten allerdings auf dem Friedhofsparkplatz gegenüber parken. An den zwei geplanten Tagen des Asphalteinbaus sei eine Einfahrt überhaupt nicht möglich. Die Ensles sind aber auch für die Pflege des alten und neuen Riemer Friedhofs zuständig. „Wir können nicht einfach zusperren, wir müssen unsere Gräber weiter pflegen“, erklärt die Chefin. Und das wird nun ziemlich kompliziert: Der neue Teil des Friedhofs ist zwar weiterhin über die hintere Einfahrt des Parkplatzes anfahrbar – allerdings soll der alte Teil des Friedhofs nur noch zu Fuß erreichbar sein. Wie es dann dort mit der Pflege der Gräber weitergehen soll, weiß Ensle nicht.
Schwierig ist es vor allem für ältere Menschen ohne Auto. Denn seit 11. August bis zum Ende der Baumaßnahmen fährt auch kein Bus an die Friedhöfe. Fahrräder dürften während der Baustelle den Gehweg benutzen, sagt eine Sprecherin des Baureferats. MARIE-THERES WANDINGER