Kunde Georgius Pimpas unterstützt die Grillstation.
Mit markigen Plakaten kämpfen die Unterstützer von Pecenek für den Erhalt des Imbisses, in dem es Döner und Hendl gibt.
Kämpferisch: Necmi Pecenek will mit seiner Grillstation JK an der Freischützstraße bleiben. © Fotos: Oliver Bodmer
An diesem kleinen Imbiss hängen sein Herz und seine Existenz: Necmi Pecenek schabt mit einem surrenden Schneidegerät Fleisch vom Dönerspieß ab. Es riecht nach Pommes und Hendl. „Ich habe mir hier in über 20 Jahren viel aufgebaut“, sagt der 42-Jährige, der ganz in Schwarz gekleidet ist. Bis zu 300 Kunden kämen täglich vorbei. Acht Mitarbeiter muss er bezahlen. Einen anderen Standort in der Gegend habe er nicht gefunden. Deshalb will er sich nicht so einfach vertreiben lassen. „Ich hoffe, dass ich bleiben kann.“
Die Grillstation JK von Betreiber Pecenek, die für den geplanten Tram-Ausbau in Johanneskirchen weichen soll (wir berichteten), sorgt wieder für Gesprächsstoff. Sie ist längst zum Politikum geworden. Aktuell sammelt eine Gruppe rund um CSU-Landtagsabgeordneten Robert Brannekämper Unterschriften für den Erhalt des Imbisses an der Kreuzung zur Freischützstraße. Bislang seien über 2000 Unterschriften eingegangen, berichtet Brannekämper. Im Herbst wolle man die Sammlung dem Oberbürgermeister übergeben. Zeitgleich ließ die Truppe Plakate aufhängen mit Vorwürfen wie „Stadt will Grillstation platt machen.“ Und: „Wortbruch der Stadtwerke“. Brannekämper hält die Tramverlängerung für „unsinnig“. Rund 62,5 Millionen Euro für eine gut 700 Meter lange Trasse seien viel zu viel. CSU-Stadtrat Fabian Ewald ergänzt: „Die Grillstation ist äußerst beliebt bei den Bewohnern, ein echter Treffpunkt und eins der wenigen gastronomischen Angebote vor Ort.“ Die SWM haben laut Ewald einen neuen Ort für den Imbiss zugesagt. „Bis heute wurde dem Betreiber aber keine langfristige Bleibemöglichkeit konkret angeboten.“
Die Vorgeschichte ist kompliziert: Nach dem Willen der Stadt soll die Tram 17 von der Cosimastraße bis zum S-Bahnhof Johanneskirchen verlängert werden, der hinter dem Imbiss liegt. In dem Bereich dazwischen ist eine Wendeschleife geplant, von der direkte Anwohner eine Lärmbelästigung befürchten. Die Grillstation steht auf dem Grund der Stadtwerke München (SWM). Im September 2023 musste der Imbiss auf ein Ersatzgrundstück an der S-Bahn umziehen. Weil es beim Tramprojekt Verzögerungen gab, kehrte Pecenek aber bald an seinen alten, attraktiveren Standort zurück. Das Hin- und Her habe ihn viel Geld gekostet, sagt er.
Der aktuelle Mietvertrag wäre Ende Juni ausgelaufen. „Herr Pecenek nutzt die Fläche derzeit, ohne ein Recht dazu zu haben“, sagt ein SWM-Sprecher auf Anfrage. Dennoch haben die SWM jetzt eine Verlängerung bis Frühjahr 2026 in Aussicht gestellt. Grund: Weil es neue „Entwicklungen im Planfeststellungverfahren für die Tram Johanneskirchen“ gibt. Laut der Regierung von Oberbayern, die für die Planfeststellung, also Genehmigung, zuständig ist, wurde der Erörterungstermin im Juli wegen neuer Infos abgesagt. Dazu gehörten „kurzfristig vorgelegte Stellungnahmen externer Sachverständigenbüros zu Verkehrsprognosen und Lärmschutzmaßnahmen“. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Momentan könne „keine Prognose zum Ausgang des Verfahrens abgegeben werden“. Bereits in der Vergangenheit hatte die Regierung den SWM Vorarbeiten untersagt, da noch keine Genehmigung vorliegt. MARLENE KADACH