Beckenbauer (†78) gehörte zu den größten Fußballern.
Das umgestaltete Grab des Kaisers auf dem Perlacher Friedhof wird häufig besucht. © Yannick Thedens/dpa
Die Beckenbauer-Fans sind extra angereist, um das umgestaltete Grab des Kaisers auf dem Perlacher Friedhof zu besuchen. „Ich bin ein Bayern-Fan, seit der FCB in der Bundesliga spielt – und Beckenbauer war lange Zeit die Leitfigur des Vereins“, erzählt der 71-jährige Werner Döring aus Tübingen. Er hat mit seiner Frau Gabriele Urlaub in Bad Griesbach gemacht. „Wir waren gestern noch auf dem Golfplatz, wo auch Franz Beckenbauer immer gespielt hat.“ Auf dem Weg zu ihrem Sohn nach Augsburg wollten die Dörings unbedingt das neue Grab sehen.
Am 11. September wäre der Kaiser 80 Jahre alt geworden. Kurz vor seinem Ehrentag hat die Familie einen neuen Grabstein aus schwarzem Granit aufstellen lassen. Im Zentrum ist eine Nische eingearbeitet worden, in der eine bronzene Madonna mit betenden Händen steht. „Die Madonna passt auch gut“, sagt Hans-Peter Bernhard aus Waldtrudering. „Beckenbauer war ja ein gläubiger Mensch und hat jeden Tag ein Vaterunser gebetet.“ Der 69-Jährige ist dem Kaiser einige Male begegnet und schätzt seine Verdienste: „Ohne ihn hätte es kein Sommermärchen 2006 gegeben und wir haben durch ihn die schönsten Stadien der Welt“, sagt er.
Das Grabmal finden die Dörings und Bernhard sehr geschmackvoll. „Nicht so pompös und aufschneiderisch wie bei manch anderem Prominenten“, sagt Bernhard, der Beckenbauer volksnah erlebt hat. Das Grabmal gleicht einem Portal mit dreieckigem Giebel. In der Mitte steht der Name Beckenbauer. Darunter findet sich der Vorname Franz, umrahmt von Geburts- und Todesdatum (7.1. 2024). Auf dem Grabstein sind auch die Namen der Eltern Franz (1905–1977) und Antonie (1913–2006) zu lesen. Frisch angepflanzt wurde ein spätsommerliches Blumenmeer, in dem nach wie vor das zur Beerdigung angebrachte Holzkreuz steht.
Schon der frühere, weiße Grabstein hatte im Zentrum eine Gottesmutter mit Kind. Laut „Bild“-Zeitung haben Beckenbauers Frau Heidi, sein Sohn Joel und seine Tochter Francesca die Statue ausgewählt. Beckenbauer war katholisch und blieb es zeitlebens. In dem Band „Prominente über den Papst“ aus dem Jahr 2012 schilderte er, wie ihn die Begegnung mit Benedikt XVI. verändert habe. Er ging seitdem häufiger zur Kirche, zudem bete er jeden Tag das Vaterunser, daraus schöpfte er Kraft und Stärke.
Bei der Trauerfeier im Januar 2024 in der Allianz Arena sprach Kardinal Reinhard Marx ein Gebet. Er dankte für Beckenbauers Begabung und sprach den Wunsch aus, dass Fußball ein Mittel des Friedens und der Begegnung sein möge. Dafür sei Beckenbauer eingestanden. GABRIELE WINTER