An Kübeln hängen QR-Codes, über die für Pflanzungen gespendet werden kann.
OB Dieter Reiter und Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer zeigen den Plan.
Eine Visualisierung zeigt Standorte für Baumpflanzungen in der Fußgängerzone. In einer immer heißer werdenden Stadt sollen sie im Sommer Schatten spenden. © Stadt München/Markus Götzfried (2)
Zwischen den Pflastersteinen wachsen dicke Baumstämme nach oben. Robinien und Ahornbäume spannen ein grünes Blätterdach über den grauen Boden, spenden Schatten und bringen Kühle. So stellen sich OB Dieter Reiter (SPD) und Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne) die Zukunft der Fußgängerzone und Altstadt vor.
Bis zu 150 Bäume sollen dort wachsen – 120 direkt in den Fußgängerzonen und 30 weitere in den angrenzenden Bereichen. Schon Ende nächsten Jahres könnten viele dieser grünen Riesen stehen. „Unsere Stadt ist dicht bebaut, und es wird immer heißer“, sagt Reiter. Die Antwort darauf: große Bäume, die Schatten spenden.
Gestern haben Reiter und Ehbauer den Plan für die Innenstadt vorgestellt. Schon in den nächsten Tagen werden in Teilen der Altstadt – wie Kaufinger-, Neuhauser- und Sendlinger Straße – 80 mobile Pflanzenkübel mit kleineren Bäumen und Gewächsen aufgestellt. Einige davon stehen bereits. Sie geben schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das, was kommen soll – gleichzeitig sind sie Teil einer Spendenkampagne: Die Stadt will mithilfe von Unternehmen und Bürgern in der Altstadt Geld für das Projekt sammeln.
„Unser Haushalt ist leider nicht mehr so leistungsfähig, wie ich mir das wünschen würde“, sagte Reiter. Sprich: Die Stadt muss sparen. Damit trotzdem neue Bäume in den Fußgängerzonen gepflanzt werden können, hofft man auf finanzielle Unterstützung. Deshalb hängen an den Kübeln kleine QR-Codes, über die direkt gespendet werden kann.
Der Stadtrat hatte zwar vor rund zwei Jahren bereits beschlossen, 3500 neue Bäume zu pflanzen und dafür ein Budget von 52 Millionen Euro eingeplant. Die Bepflanzung der Fußgängerzone sei davon jedoch ausgenommen, sagt Baureferentin Ehbauer. Deshalb versuche man anders an die nötigen Mittel zu gelangen.
Denn: Bäume pflanzen, mitten in der Fußgängerzone, sei kompliziert und teuer, so Ehbauer. Pro Baum koste das einen hohen fünfstelligen Betrag. Das liege auch am Untergrund: Rohre, Fernwärme, Wasser- und Gasleitungen oder Elektronik. „Da unten ist es richtig voll“, sagt Ehbauer. Das müsse alles in der Planung berücksichtigt werden – genauso wie Rettungs- und Fluchtwege, Freischankflächen oder Aspekte des Denkmalschutzes.
Doch Bäume seien dennoch dringend notwendig, findet die Baureferentin: „Tage mit über 25 Grad, also richtige Hitzetage, werden sich wahrscheinlich in den kommenden Jahren verdoppeln“, sagt sie. Schon jetzt sei es in der Innenstadt teils bis zu neun Grad heißer als im Umland. Bäume in der Fußgängerzone seien das ideale Gegenmittel: „Sie verschatten und verdunsten Wasser.“
Die Bäume für die Innenstadt werden aus der stadteigenen Baumschule kommen. „In mehreren Etappen“ sollen sie ab kommendem Jahr eingepflanzt werden, sagt die Referentin. Bis Ende 2026 sollen einige bereits stehen – falls alles nach Plan verläuft und genügend Spenden zusammenkommen.JULIAN LIMMER