Alfons Schuhbeck sitzt vorübergehend nicht in Haft. © Sigi Jantz
Alfons Schuhbeck (76) geht es offensichtlich etwas besser. Ein Video zeigte ihn kürzlich im Kreise seiner Freunde: Dort spielte der frühere Star-Koch Gitarre und sang. Seine Sorgen: für einen Moment vergessen. Doch in Kürze könnte Schuhbeck die bittere Realität wieder einholen.
Denn er muss aktuell eigentlich eine Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verbüßen. Im Oktober 2022 war Schuhbeck wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vom Landgericht München I verurteilt worden. Im August 2023 hatte er die Haft angetreten, in diesem Frühjahr wurde sie aber vorübergehend ausgesetzt – weil Schuhbeck an Krebs erkrankt ist. Er musste außerhalb des Gefängnisses behandelt werden.
Im Juli verurteilte das Landgericht den 76-Jährigen erneut. Diesmal wegen Betrugs mit Coronahilfen, Insolvenzverschleppung und Verletzung von Buchführungspflichten. Es wurde eine nachträgliche Gesamtstrafe gebildet, die insgesamt vier Jahre und drei Monate umfasst. Bislang hat Schuhbeck 21 von 51 Monaten Knast abgesessen, teilweise mit Lockerungen wie Ausgang und Hafturlaub.
Noch bis zum 15. September gilt die Haftaussetzung. Danach muss Schuhbeck – Stand jetzt – wieder ins Gefängnis zurück. Spätestens. Denn die Knastpause ist eine jederzeit widerrufliche Maßnahme der Staatsanwaltschaft München I, die Schuhbecks Gesundheitszustand fortwährend ärztlich überprüfen lässt. Auf Anfrage teilt die Behörde unserer Zeitung mit, eine Verlängerung der Haftaussetzung sei „aktuell nicht bekannt“.
Wenn es tatsächlich dabei bleibt, säße Schuhbeck zur Wiesnzeit wieder hinter Gittern. ANDREAS THIEME