Das Amphibienboot ist zu Wasser und zu Lande einsatzfähig. Die Pflanzen werden am Ufer getrocknet. © mm
Es ist ein jährliches Ritual, das die Firma Liegl aus Laupheim in Baden-Württemberg schon seit Jahren im noblen Nymphenburg unternimmt: Im Auftrag der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung reinigt das Fuhrunternehmen den Schlosskanal von der Gerner Brücke kurz vor dem Hubertusbrunnen bis vor zum Prachtbau. Streckenlänge: gut 800 Meter. Wir haben uns bei Firmenchef Philipp Liegl (27) über den Einsatz erkundigt.
Das Unternehmen bietet unter anderem auch Hochwasserschutz und Nassbaggerarbeiten an. Hier aber geht es um den Bereich Gewässerunterhaltung. „Bei den diesjährigen Temperaturen sind die Wasserpflanzen gut gewachsen“, sagt Liegl. Auch unter Wasser nennt sich die Prozedur „mähen“, erfahren wir. Drei, vier Tage dauert der diesjährige Einsatz – voraussichtlich ist heute der Auftrag beendet.
Das Amphibienboot wird mit Bio-Hydrauliköl angetrieben und kann in Seen, Feucht- und Naturschutzgebieten zum Einsatz kommen – und eben auf Kanälen. „Das Mähsammelboot ist so gebaut, dass es auch ohne Probleme in Niederwasser einsatzfähig ist“, erklärt Philipp Liegl. Der Kanal sei maximal anderthalb Meter tief, die maximale Schnitttiefe des Fahrzeugs liegt bei zwei Metern. „Das große Messer ist in der Tiefe verstellbar.“ Die Schnittbreite beträgt drei Meter.
Das Fahrzeug transportiert die Pflanzen ans Ufer, wo die Schlösserverwaltung sie noch ein paar Tage liegen lässt, damit sie trocknen können und die Kleinstlebewesen Zeit haben, ihr grünes Heim zu verlassen.MATTHIAS BIEBER