Blumen und Kerzen: das Mahnmal für den getöteten 18-Jährigen in Milbertshofen. © JANTZ
München ist nicht Bremen oder Berlin, wo kriminelle Clans mit landesweit bekannten Namen wie Remmo oder Abou-Chaker ihr Unwesen treiben. Aber auch an der Isar gibt es Clankriminalität – vor allem im Rockermilieu. Seit 2015 tobt ein Streit zwischen den Gruppierungen Hells Angels und den Black Jackets, von dem die Münchner fast nichts mitbekommen. Doch am 10. Juni 2020 eskalierte die Situation in aller Öffentlichkeit in Nord-Schwabing.
An der Ecke Ungerer- und Domagkstraße kam es zu einer blutigen Auseinandersetzung. Dabei wurde ein 45-Jähriger von zwei Männern abgepasst und brutal niedergestochen. Als zwei Freunde ihm helfen wollten, donnerte plötzlich ein Transporter auf den Gehweg und fuhr einen Mann an. Wieder wurde zugestochen. Fünf Jahre später stand einer der Täter vor Gericht. Dabei zeigte sich: Der Grund für die blutige Fehde war ein Streit um eine Frau.
In den vergangenen Jahren stieg in München vor allem die Kriminalität im Bereich von Jugendbanden an. Schwerpunkte waren die Messestadt Riem, das Umfeld am Pasinger Bahnhof und Milbertshofen. Am dortigen Korbinianplatz starb im März 2022 ein Iraker (18) durch Messerstiche, als am helllichten Tag ein Bandenstreit eskalierte. Der Vorfall wird in Verbindung mit der Max-Bill-Straße gebracht.NAH