„Die Dawonia will uns rausekeln“

von Redaktion

Diebstahl bei der Modernisierung? Eine Uhr wie diese verschwand aus Mohsen K.s Schrank. © Isabel Winklbauer

Mohsen K. (66, Name geändert) ist sauer. Der Dawonia-Mieter an der Harpprechtstraße 5 am Dülfer Anger im Hasenbergl lebt in einer von 128 Wohnungen, die seit 2022 modernisiert wurden. Wie alle Mieter wurde K. dafür in eine Ersatzwohnung umquartiert. Als er zurückkam, traf ihn fast der Schlag. „Wo alte Heizungen entfernt wurden, sind jetzt Löcher im Boden. Leitungen in der Küche liegen offen, an den Türrahmen sind Farbverschmutzungen, die Decken sind fleckig. In den Böden sind Messerschnitte, die Dusche ist undicht.“ Zudem wurde laut K. ein Schrank aufgebrochen und eine teure Uhr daraus entwendet. Für den Mieter ist klar: „Mein Mietvertrag stammt von 1986. Die Dawonia will mich loswerden, um die Wohnung teuer zu vermieten.“ Er verklagt die Firma auf 6620 Euro, der Prozess beginnt heute am Amtsgericht.

Auch die Familie Yücekök beschreibt Schlimmes: „Aus der Ersatzwohnung zurück, waren unsere Schlafzimmer- und Kinderzimmermöbel völlig zerkratzt“, erzählt Mutter Durdu Yücekök (48). „Außerdem wurden unser LED-Fernseher und die Spülmaschine beschädigt. Wir haben Schäden von rund 15 000 Euro.“ Die Yüceköks aktivierten einen Anwalt, doch die Dawonia wollte nichts bezahlen. Die Familie gab auf und zog nach Ingolstadt. Die Yüceköks treten, wie noch weitere Mieter, als Zeugen auf.

Die Dawonia hat Anfang der 2020er-Jahre 250 Wohnungen am Dülfer Anger gebaut. „Wir haben uns bei Mietanpassungen immer an die gesetzlichen Vorgaben gehalten“, so eine Sprecherin. Zum laufenden Verfahren äußerte sich die Dawonia auf Anfrage nicht.IWI

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