Sozialhilfe für immer mehr Rentner

von Redaktion

Immer mehr Münchner Senioren sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen. © S. Gollnow, J. Blume

Anderthalb Prozent aller Münchner sind erwerbsunfähig und beziehen deshalb Sozialhilfe statt Bürgergeld. Das geht aus Zahlen des aktuellen Münchner Statistikheftes zum zweiten Quartal 2025 hervor. Alarmierend: Die meisten dieser Sozialhilfeempfänger sind Rentner über 65, egal ob unter den deutschen (71,4) oder nicht deutschen (77,1 Prozent) Sozialfällen. „Dies ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen“, heißt es in dem Heft, „etwa die demografische Entwicklung, die damit verbundene steigende Zahl älterer Menschen und die anhaltenden Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt.“

Am zweithäufigsten ist die Altersgruppe der 51- bis 64-Jährigen betroffen. Unter deutschen Münchnern gibt es immerhin 2196 Sozialhilfeempfänger, unter den nicht deutschen 1354. Die am wenigsten betroffene Gruppe stellen die unter 18-Jährigen.

Anders als mancher vermutet, sind insgesamt nicht wesentlich mehr Frauen als Männer von Armut betroffen. 11 254 Münchner Männer und 12 773 Münchner Frauen erhalten Leistungen nach SGB XII (so heißt die Sozialhilfe in der Beamtensprache).

Wie die staatliche Leistung auf die Münchner Stadtteile verteilt ist, ist derweil keine große Überraschung. Die meisten Sozialhilfeempfänger leben in Ramersdorf-Perlach (2625), auf Platz zwei liegt Milbertshofen-Am Hart (1690). Nur Platz drei verwundert ein wenig, hier liegt Neuhausen-Nymphenburg (1430). Anscheinend gibt es große Unterschiede zwischen dem wohlhabenden Nymphenburg und den alteingesessenen Bürgern in Neuhausen. Am wenigsten betroffen sind Altstadt und Lehel.

Nicht immer erhalten Sozialhilfeempfänger den vollen Satz. Aber die meisten: Von 24 027 Empfängern insgesamt bekommen 20 560 Grundsicherung, davon 12 604 außerdem Hilfe in besonderen Lebenslagen (zum Beispiel Bekleidung, Haushaltshilfe, Schulsachen). Bei all dem geht die Stadt zudem von einer großen Dunkelziffer an Berechtigten aus, die keine Hilfe beantragen. „Eine der zentralen Aufgaben besteht darin, das Bewusstsein für Ansprüche zu schärfen, da potenzielle Antragsteller möglicherweise nicht über ihre Rechte informiert sind“, heißt es in der Publikation.ISABEL WINKLBAUER

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