Immer mehr Ukrainer in München

von Redaktion

Anzahl der Ankünfte von Menschen aus dem Land hat sich verdreifacht

Ukrainische Flüchtlinge in München. © Tobias Hase/dpa

Sie fliehen vor Putins brutalem Krieg in ihrer Heimat – und kommen jetzt wieder verstärkt nach München. Unsere Zeitung erfuhr: Seit Anfang April ist die Anzahl der Ankünfte ukrainischer Flüchtlinge dreimal so hoch wie noch vor wenigen Monaten. Ein Sprecher des Sozialreferats sagt auf Anfrage: „Die Ankünfte von Geflüchteten aus der Ukraine sind auf ca. 40 bis 50 Personen pro Tag gestiegen, damit hat sich die Zahl der Ankommenden seit dem Frühjahr verdreifacht.“

Woher kommt dieser deutliche Anstieg? Der Sozialreferat-Sprecher: „Dies dürfte in Zusammenhang mit der Lockerung des ursprünglichen Ausreiseverbots für Männer stehen, die seit dem 27. August 2025 trotz des Kriegsrechts ausreisen dürfen, sofern sie unter 23 Jahre alt sind.“ Trotz des tobenden Krieges gegen Russland hatte Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj den jungen Männern die Ausreise erlaubt. Sie können erst ab dem Alter von 25 Jahren in die Armee eingezogen werden.

Die Folgen: Aktuell gibt es laut Sozialreferat in der Stadt 20773 ukrainische Flüchtlinge. 3637 kamen allein im Zeitraum vom 1. April bis 15. September. Damit landete rund die Hälfte aller Ukrainer, die nach Bayern kamen, in München. Laut Innenministerium wurden in diesem Zeitraum rund 7850 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Bayern registriert. Ein Sprecher: „Im Vorjahreszeitraum waren es rund 11 000 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine“.

Den Neu-Ansturm bemerkt die Stadt jetzt auch bei der Belegung von Unterkünften. Laut Sozialreferat liegt die Auslastung der Erstaufnahmeeinrichtung für Ukrainer „aktuell bei circa 80 Prozent“. Seit August würden wieder alle verfügbaren Leichtbauhallen genutzt. Insgesamt leben aktuell 3045 Ukrainer in solchen „mittelfristigen Unterkünften“. Die allermeisten Ukrainer – 17 015 Menschen – seien aber privat untergebracht, so der Sprecher.

Immerhin: Bei den Asylbewerberzahlen meldet das Sozialreferat eine deutliche Entspannung: „Seit April 2025 wurden uns keine Asylbewerber zugewiesen. Wir rechnen damit, dass das wegen der geringen Ankunftszahlen in Bayern auch so bleibt.“ In den städtischen dezentralen Unterkünften seien derzeit 3199 Personen untergebracht, etwa 600 weniger als im September 2024.

Die Zahl der in Bayern ankommenden Asylbewerber ist laut Innenministerium 2025 generell deutlich zurückgegangen. Von Januar bis März kamen 3570 Personen im Freistaat an. Im Vorjahreszeitraum seien es noch 7573 gewesen. THOMAS GAUTIER

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