In den Festzelten ist es paradiesisch – auch für Bakterien und Viren: Der Münchner Allgemeinarzt Dr. Markus Frühwein erklärt, wie Sie vorbeugen und was Ihnen bei ersten Anflügen der gefürchteten Wiesn-Grippe hilft, um schnell wieder festwiesentauglich zu werden:
Einfache Vorbeugungsmaßnahmen: „Im Idealfall startet man mit einer guten Grundlage ins Wiesn-Vergnügen“, sagt Markus Frühwein: „Ausgeschlafen und mit einer gesunden Mahlzeit im Magen.“ Auf der Wiesn sollte man sich dann oft die Hände waschen, (zumindest zwischendrin) viel Wasser trinken und darauf achten, dass man sein Glas nicht mit dem eines anderen verwechselt.
Diese Mittel helfen: Zink hilft bei der Therapie von Infekten, sagt Dr. Frühwein: „Man sollte 60 bis 80 Milligramm Zink einnehmen.“ Umckaloabo hilft ebenfalls, Infekte zu verkürzen – allerdings stammen die Daten weitgehend vom Hersteller. Schleimlöser, Hustenblocker und Nasenspray schwellen die Schleimhäute ab und erleichtern das Durchatmen. Salbeitee zu gurgeln oder zu inhalieren bekämpft Entzündungen. Gleiches gilt für Kamille. Um Fieber zu senken, rät Dr. Frühwein zu klassischen Wadenwickeln. Ätherische Öle, wie sie in Erkältungsbädern oder auch Tigerbalm stecken, helfen, die Entzündung der Schleimhäute zu bekämpfen. Gut ist zudem eine selbst gekochte Hühner- oder auch Gemüsesuppe – schon alleine wegen der nahrhaften Flüssigkeit.
Diese Mittel sind nur teuer: Kurkuma gilt als das Wundermittel – aber laut Studienlage gibt es keine nachgewiesenen positiven Effekte, stellt Dr. Frühwein klar. Und warnt: „Wohl aber kann eine Überdosierung Leber und Nieren massiv schädigen.“ Ebenso ohne nachgewiesene Heilwirkung ist Propolis, auch Gelee Royal genannt – und bringt auch noch das Risiko einer allergischen Reaktion mit sich. Antibiotika helfen nicht gegen Viren – und viele Erkältungen, ebenso die echte Grippe, sind durch Viren und nicht durch Bakterien verursacht. SUSANNE SASSE