„Eindeutig etwas schiefgelaufen“

von Redaktion

Überfüllungs-Chaos auf der Wiesn: Stadträte fordern Aufklärung in Vollversammlung

Das Wiesn-Chaos vom Samstag ist auch Thema im Rathaus. Die ÖDP stellte angesichts der Vorfälle die Tauglichkeit der Stadt infrage, überhaupt Großveranstaltungen durchführen zu können. „München wirbt aktuell für eine Olympiabewerbung, da die Stadt Großveranstaltungen könne‘“, sagt ÖDP-Chef Tobias Ruff. „Seit Samstag muss man fragen: Kann München überhaupt noch Wiesn?“

Das Oktoberfest sei haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Wie durch ein Wunder sei niemand verletzt worden, als tausende Personen auf dem proppenvollen Gelände buchstäblich festgesteckt seien. „Ein ,Weiter so‘ darf es nicht geben. Das Sicherheitskonzept und die Abläufe bei großem Besucherandrang müssen auf den Prüfstand.“

Dazu soll am Mittwoch im Plenum Zeit sein. Die ÖDP, aber auch Grüne und CSU wollen die Vorfälle aufgearbeitet wissen. „Wir haben am Samstag großes Glück gehabt“, sagt Grünen-Chef Sebastian Weisenburger. „Ich habe mit mehreren Augenzeugen gesprochen. Die Situation war offenbar wirklich angespannt.“ Eine solche Situation dürfe sich nicht wiederholen, gerade wenn Sicherheitskonzepte vorlägen.

„Wenn Besucher von Todesangst berichten, ist eindeutig etwas schiefgelaufen“, sagt CSU-Chef Manuel Pretzl. „Das darf man nicht kleinreden. Deshalb bitten wir den OB, die derzeit offensichtlichen Fragen auch offiziell zu beantworten.“ Geklärt werden soll etwa, wie es überhaupt zu der Überfüllung kam, warum nicht früher reagiert wurde und welche Konsequenzen gezogen werden. Ärger gibt’s zudem um einen Instagram-Post der Stadt. Der hatte für kritische Kommentare gesorgt und war später nicht mehr auffindbar.SKA

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