VOR DEM BÜRGERENTSCHEID: DIE GROSSE DEBATTE IN UNSERER ZEITUNG

Olympia? Jetzt sprechen die Leser

von Redaktion

Viele ältere Münchner erinnern sich gerne an die Spiele von 1972 zurück. Soll die Stadt nochmal Olympia-Gastgeber sein? © Robert Haas/pa/SZ Photo

Wir haben am Wochenende zehn Gründe für und zehn Gründe gegen Olympia in München präsentiert. Der Bürgerentscheid findet am 26. Oktober statt. Viele unserer Leserinnen und Leser treibt das Thema um – heute stellen wir Zuschriften vor, die uns erreicht haben.

„Ich bin dafür, dass die Spiele in München stattfinden. Mittel- und langfristig profitieren wir alle davon.“ CHRISTINE MUNDIGL

„Ich persönlich (53) würde Olympia in München prima finden. Zwar sind die Gegenargumente durchaus berechtigt. Aber das Positive überwiegt. Alleine die Vorfreude und die Aufbruchstimmung wären ein Pluspunkt für sich. Und vielleicht macht dann insbesondere die Barrierefreiheit endlich mal einen Sprung nach vorne.“ MONIKA FINGER Waakirchen

„Ich bin für eine Münchner Bewerbung, denn mir persönlich hat sie damals als 14-jährigem Jungen unheimliche Impulse gegeben. Da habe ich mit der Leichtathletik angefangen, war dann 1974 bayerischer B-Jugendmeister im Dreisprung. Jetzt als Rentner fände ich es toll, wenn wir die Spiele bekämen.“ H. LOCHMANN Sindelsdorf

„Olympia in München wäre wichtig! Bitte stimmt in München dafür!“ FRANK MÜLLER Regensburg

„Ich glaube kaum, dass München wegen der IOC-Knebelverträge zu einem fairen Vertragswerk fähig wäre. München sollte sich stattdessen Schritt für Schritt um die Probleme seiner Bürger kümmern. Deswegen muss ich gegen Olympia stimmen.“RENATE VAUBEL

„Ich saß bei den European Championships 2022 im Olympiastadion – diese einzigartige Stimmung vergisst man sein Leben nicht mehr. Ich durfte 1972 als Jugendlicher bei vielen Wettkämpfen zusehen, zum Beispiel an der Ruderregattaanlage zusammen mit 40000 Fans. Bis zu dem schrecklichen Attentat waren die Olympischen Spiele ein Traum. Jahrelang vor den Spielen gab es schon eine Aufbruchstimmung in der Stadt.“ WERNER OTT

„Es kann ja nicht sein, dass unsere Politiker die Pflegeklasse 1 abschaffen wollen. Aber für Olympia hat der Staat Geld.“PETER RAMBOW

„München hat von der Austragung der Olympischen Spiele im Jahr 1972 enorm profitiert. Die städtische Infrastruktur – etwa das U-Bahn-Netz – wäre ohne dieses Ereignis heute vermutlich deutlich weniger entwickelt. Viele der damals errichteten Sportstätten können noch immer genutzt werden, ohne dass dafür große Investitionen nötig sind. Mit einem neuen Olympiazentrum in Daglfing, wo Unterkünfte für die Sportler entstünden, würden nach den Spielen dringend benötigte Wohnungen bereitstehen.“ HELMUT SCHMIDT Baldham

„Da hat Oberbürgermeister Dieter Reiter recht: Die European Championships 2022 waren eine großartige Sache und passten von der Größenordnung gerade noch zu München. Die Olympischen Spiele 2036 oder später haben aber mehr als dreimal so viele Sportarten und wie sollen die dann – überwiegend in München – Platz haben? Der Plan, die Mountainbike-Rennen am Sonnenbichlhang in Bad Wiessee auszutragen, kann doch auch nur ein schlechter Werbegag sein oder sollen dann alle Sportler und Besucher mit Flugtaxis an die Rennstrecke gebracht werden?“EWALD STROHMEIER, Wartenberg

„Ich bin gegen die Bewerbung der Landeshauptstadt für die Olympischen Spiele, vor allem weil ich keine Lust darauf habe, dass das mafiöse IOC auf Kosten der Münchner Bürger Milliardeneinnahmen generiert. Im Jahr 1972 war die Kommerzialisierung der Olympischen Spiele noch lange nicht so fortgeschritten. Was mich auch stört, ist, dass Projekte, wie der Ausbau des ÖPNV, die eigentlich jetzt schon überfällig sind, erwartbar bis 2036, oder eher 2040 oder 2044 in die Zukunft aufgeschoben werden.“ OLAF MALEK

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