Götz Brodermann äußerte sich zum Brief. © Thedens
Der Umzug der Frauenklinik aus Neuperlach nach Harlaching ist für Mitte Dezember geplant. © Jens Hartmann
In einem Brandbrief an die Führungsebene hatte der Gesamtbetriebsrat der München Klinik vergangene Woche das Vorgehen der Führungsebene kritisiert und eine Kursänderung gefordert. „Zahlreiche Hinweise, Beschwerden und Hilferufe“, vor allem aus dem ärztlichen Dienst, hatten die Verfasser zu dem Brief bewogen. Die Rede war unter anderem von künstlich erzeugtem Personalmangel.
Als „Extrembeispiel“ wurde die Situation der Frauenklinik in Harlaching und Neuperlach genannt – aufgrund von Stellenstreichungen und mangelnder Nachbesetzung. Nun äußerte sich der Klinik-Chef.
Nach dem Brandbrief habe die Geschäftsführung alle Chefärzte kontaktiert und unter anderem über die nächsten Schritte sowie über die Personalplanung informiert, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Götz Brodermann, bei einem Pressegespräch. „Wir sind in einem regelmäßigen Austausch und glauben nach wie vor, dass wir auf einem guten Weg sind.“
Die Geburtshilfe und Gynäkologie des Standortes Neuperlach sollen im Frühjahr 2026 in den Neubau nach Harlaching umziehen. Ursprünglich geplant war das für Dezember. Wegen der Zusammenlegung sei das Personal bereits „sukzessive runtergefahren“ worden. „Dadurch ist die Dienstbelastung in Harlaching gestiegen.“ Wegen der Verzögerung beim Neubau soll die Frauenklinik nun zum 15. Dezember zunächst in den Altbau in Harlaching ziehen.
Der Fokus der München Klinik liegt derzeit auf den Notfallzentren, erklärte Brodermann außerdem. Die vier Zentren (Schwabing, Harlaching, Bogenhauen und Neuperlach) sollen standardisiert werden. Das Ziel: Bis Ende 2026 sollen die Notaufnahmen nicht mehr zeitweise wegen Überlastung für den Rettungsdienst geschlossen werden. FRANZISKA WEBER