Ein Loch legt den Westen lahm

von Redaktion

Fürstenrieder Straße: Böse Überraschung bei Bauarbeiten

Dieses Loch im Untergrund tat sich auf der Baustelle auf.

Arbeiter untersuchen den Boden mit einer Rammsonde. © Martin Hangen (2)

Es ist klein, hat aber große Folgen: In der Fürstenrieder Straße in Laim klafft ein kopfgroßes Loch. Und es legt den ganzen Westen lahm.

Am Freitag entdeckten Arbeiter beim Bau der Tram-Westtangente das Loch an der Kreuzung zur Gotthardstraße – laut MVG durch „routinemäßige Bodenuntersuchungen“. Es ist laut Oberbauleiter Andreas Vogt rund vier Meter tief – und verheißt nichts Gutes: Dort unten hat sich entlang des Sperrengeschosses des U-Bahn-Halts Laimer Platz offenbar ein Hohlraum gebildet. Sondierungen am Montag ergaben, dass es weitere Hohlräume geben könnte. Und zwar entlang der Gotthardstraße in Richtung Stadtmitte und damit auch unter der kreuzenden Fürstenrieder Straße. Gestern ließ die MVG die Autospur in Richtung Norden zwischen Camerloher und Gotthardstraße sperren.

Es besteht Einsturzgefahr. Wie damals beim Busunglück von Trudering, als im Jahr 1994 ein Bus in einen solchen Hohlraum unter der Straße stürzte. Drei Menschen starben, 36 wurden verletzt. Oberbauleiter Vogt: „So etwas wie damals in Trudering wollten wir hier vermeiden. Deshalb haben wir die Straße aus Sicherheitsgründen gesperrt.“ Die Folgen für Autofahrer: Stau, Umleitungen, Zeitverlust.

Laut Andreas Vogt sind die Hohlräume wohl eine Spätfolge des U-Bahn-Baus am Laimer Platz 1988. Damals grub man an dieser Stelle ein großes Loch und sicherte es mit einer Wand aus Stahlträgern und Holz – einem sogenannten Verbau. In diesem eingerahmten Loch errichtete man das Sperrengeschoss. Als es fertig war, wurde alles zugeschüttet, samt der Wand. „Die ist jetzt wohl verrottet“, sagt Vogt. Regenfälle hätten die Hohlräume dann weiter vergrößert.

Gestern gegen 14 Uhr bestätigte sich der Verdacht: Per Rammsonde untersuchten Arbeiter, wie dicht der Boden unter der Ostseite der Fürstenrieder Straße ist. Das Ergebnis laut Andreas Vogt: „Bis acht Meter ist die Dichtigkeit nicht ausreichend. Das lässt auf weitere Hohlräume schließen.“ Um das zu reparieren, muss der Boden entlang des Sperrengeschosses aufgegraben werden. „Von acht bis vier Meter Tiefe füllen wir das mit Zementmörtel auf – alles darüber mit Kies und Beton.“

Das kann dauern. Die MVG teilte gestern mit, dass die Fürstenrieder Straße in Richtung Norden gesperrt bleibt – für „wenige Tage bis zwei Wochen“. THOMAS GAUTIER

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