Ein Denkmal für Sedlmayr

von Redaktion

Münchner will die Legende zum 100. Geburtstag ehren

Das Modell einer lebensgroßen Statue des Volksschauspielers auf dem Sedlmayr-Platz in Feldmoching. © youlittle

Walter Sedlmayr vor seinem Wirtshaus (1989). © dpa

Sean-Claudius Bauer mit der Denkmal-Vorlage und einem Sedlmayr-Foto in der Elisabethstraße. © Marcus Schlaf

Wir gehen zurück ins Jahr 1979: Der elfjährige Sean-Claudius Bauer klingelt in Feldmoching an der Tür von Walter Sedlmayr. Die Adresse hat er aus dem Telefonbuch: „Walter Sedlmayr, Schauspieler, Josef-Frankl-Straße 8“, erinnert sich der heute 57-jährige Münchner. „Ich wollte ein Autogramm.“ Und so begann eine elfjährige Art Freundschaft, die erst mit der Ermordung des Schauspielers ein tragisches Ende fand. Bauer, heute Veranstalter, Moderator und Gastronom, will seinem Idol – „für mich war er eine Art Großvater“ – ein Denkmal setzen. Das er komplett aus eigener Tasche zahlen würde.

Ein eigener Standort fürs Denkmal – das wird wohl erstmal nichts. Der ausführliche Schriftverkehr mit OB Dieter Reiter macht keinen Mut. Aber vielleicht klappt es im kommenden Jahr, wenn Sedlmayr seinen 100. gefeiert hätte (6. Januar), mit einem Wanderdenkmal. Die lebensgroße Bronzestatue würde im Wechsel an Plätzen aufgestellt, die Wirkungsstätten des Schauspielers, TV-Regisseurs und Autors aufzeigen. Neben Feldmoching, wo er mit seiner Mutter in der Josef-Frankl-Straße 8 lebte, sind das für Bauer vor allem die Westenriederstraße vorm Wirtshaus „Beim Sedlmayr“ und die Elisabethstraße 5 in Schwabing. Das prächtige Haus hatte er von seiner Tante geerbt und zog dort in den zweiten Stock, nachdem seine Mutter gestorben war. „So ein Haus kannst du dir gar nicht mehr erarbeiten“, hatte Sedlmayr mal gesagt, erinnert sich Bauer.

Als „meinen alten Fan“ hat der Star den Teenager gern bezeichnet, schmunzelt Bauer. Als Jugendlicher suchte er für den Paradebayern die Musik für dessen Radiosendung „Beehren Sie uns bald wieder“ im BR aus. Überdies war er in einigen Filmen Komparse. Lauter schöne Erinnerungen, die bis heute nachhallen.

Dass Sedlmayr nicht angemessen gewürdigt werde, liege an seiner Homosexualität, glaubt Bauer: „Ich wusste vor seinem Tod nichts davon.“ So ging es auch etlichen Weggefährten. Bauer erinnert sich an einen Mann, „der ein richtiger Grantler sein konnte“. Aber: „Im selben Augenblick hat er reinen Tisch gemacht, und dann war die Sache erledigt.“ In Erinnerung bleiben Sedlmayrs Herzlichkeit, Freundlichkeit.

Noch gibt es den Sedlmayr nur als 3D-Modell aus Pappe. Falls die Stadt grünes Licht gibt, wird die Kunstgießerei in der Schleißheimer Straße den Bronzeguss ausführen. Für die Statue hat Bauer ein Modell beschäftigt, weil er von Sedlmayr kein Ganzkörper-Foto fand. Wie stehen die Chancen auf einen Wander-Walter, von Feldmoching über Schwabing bis in die Altstadt? Bauer beziffert die Chancen auf 70 Prozent. Das zuständige KVR hat zwar bereits abgesagt, aber OB Reiter will prüfen lassen, „ob es andere Möglichkeiten der Aufstellung gibt“, so das KVR. Hundertprozentig sicher ist Bauer bei einer Bronze-Platte an der Balanstraße, wo die „Polizeiinspektion 1“ ihren Sitz hatte. Ministerpräsident Markus Söder wäre sicherlich dabei, so Bauer.MATTHIAS BIEBER

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