Fundbüro-Chef Rainer Kohles zeigt typische Wiesn-Verluste. © Marcus Schlaf
Sonne und Grün: Das Oktoberfest wird langsam wieder zur Theresienwiese. © Peter Kneffel/dpa
Friedlich stehen die Zelte da, als ob sie sich vom Trubel ausruhen. Die Abendsonne fällt auf die Dächer, rings herum auf der Theresienwiese sieht man wieder Gras – es wird abgebaut. Bis 21. November muss alles weg und leer sein. Und dort, wo das im Aufbau begriffene Winter-Tollwood sich ausbreiten will, muss schon am 31. Oktober freie Bahn sein. Jeder Wiesn-Wirt baut sein Zelt selbst ab, wobei die Bedingungen des Wirtschaftsreferats gelten: „Der jeweilige Standplatz muss gesäubert und wieder instand gesetzt an die Festleitung des Referats für Arbeit und Wirtschaft übergeben werden“, erklärt Sprecherin Maren Kowitz. „Einbauten in das Terrain, wie Fundamente und Bassins, müssen entfernt, alle Aufgrabungen und Löcher beseitigt werden.“
Für die Wirte ist das ein ganz schönes Wettrennen, nur sechs Wochen haben sie Zeit zum Aufräumen. „Die größte Herausforderung ist aber“, so Wirte-Sprecher Peter Inselkammer, „alles so einzupacken, dass man nächstes Jahr in der richtigen Reihenfolge wieder auspacken kann.“ Laut Inselkammer braucht es rund 80 Seecontainer, um so ein Festzelt einzupacken, „und zwar ohne die circa 20 Stahlträger und die Zeltplanen. Die werden extra transportiert.“ Laster fahren nach dem Abbau die meisten Zelte zu der Firma, die sie hergestellt hat, zu Pletschacher nach Dasing bei Augsburg. Dort werden sie für den Rest des Jahres eingelagert.
Laut Wirtschaftsreferat wird unter den Zelten nichts gefunden, was Besucher verloren haben, die Böden sind dicht. Anders in den Zelten: Mehr als 4500 Gegenstände hat das Wiesn-Fundbüro heuer gesammelt. Die meisten davon sind Kleidungsstücke, zum Beispiel Jacken oder Hüte. Aber auch Schmuck, Handys und Kopfhörer kugeln zuhauf auf den Holzboden. Die Fundsachen werden nach der Wiesn zum Fundbüro an der Implerstraße gebracht. Dort werden sie sortiert und vom 17. November bis 23. Januar in einer extra Wiesn-Abteilung zur Abholung ausgelegt.
Was von der Wiesn ganz oft übrig bleibt, sind Bier- und Hendl-Gutscheine. Die jeweiligen Wirte sind verpflichtet, diese auch nach der Wiesn noch vollständig einzulösen oder den vollen Gutscheinbetrag zurückzuerstatten. Dabei gelten die Gutscheine, je nach Wiesn-Wirt, unterschiedlich lang. Augustinermarken können zum Beispiel bis 1. November im Augustiner-Stammhaus an der Neuhauser Straße eingelöst werden, Marken fürs Marstall bis 31. Dezember im Restaurant Leger am Dom. Bei manchen Wirten darf man in mehreren Gaststätten einlösen, jene der Ochsenbraterei zum Beispiel in sieben.
Bleibt die Frage nach den Lebkuchenherzen. Essen oder nicht essen? Ganz einfach: Liebesbotschaften nicht essen, Belangloses wie „Wiesn 2025“ verputzen!ISABEL WINKLBAUER