Das gute alte Sparschwein befindet sich auf dem Rückzug. Wer noch eins hat, kann es am heutigen Weltspartag schlachten. © Hendrik Schmidt/dpa
Heute ist Weltspartag: Und wie es die Tradition verlangt, tauschen viele Banken eingezahltes Münzgeld gegen Geschenke. In Zeiten von Fonds und Anlagestrategien mag das altbacken klingen. Aber: Es funktioniert. Denn Geld ist Geld, ob als Aktie oder im Schweindl. Und weil auch Kleinvieh bekanntlich Mist macht, lohnt es sich, genau hinzuschauen: Wo und wie Sie etwas auf die hohe Kante legen können, verraten Experten ihres Fachs hier.
■ Haushalt
In den eigenen vier Wänden lauern Energiefresser. Dabei kann man senken, sagt Sigrid Goldbrunner, Energieexpertin bei der Verbraucherzentrale Bayern. Ihre Ratschläge beim Heizen: richtig Lüften (mehrmals täglich stoßlüften, statt dauerhaft kipplüften); korrekte Einstellung der Heizung mittels individueller Zeit-Steuerung (Energiesparpotenzial bis 15 Prozent!); gute Dämmung von Heizkörpernischen und Heizrohren. „Durch Wärmeverlust gehen pro Quadratmeter Heizkörpernische bis zu 15 Euro Heizwärme pro Jahr verloren.“
Auch beim Stromverbrauch kann man ansetzen. Allen voran – beim Kühlschrank: Laut Expertin reichen 7 Grad im oberen Fach in der Regel vollkommen aus. Gefrierschrank: „Minus 18 Grad sind optimal.“ Gefolgt von der Spülmaschine. „Nicht zu voll laden und das Eco-Programm oder niedrige Temperaturen zwischen 45 und 55 Grad nutzen.“ In der Küche gilt: „Kochen und braten immer mit Deckel. Das spart Zeit und Strom.“ Auch bei der Waschmaschine sind 30 Grad oft ausreichend, auch hier: Eco-Programm. „Wer einen Trockner hat, sollte bei der Waschmaschine den höchsten Schleudergang wählen – das spart Energie beim Trocknen.“
Auch beim Wasserverbrauch ist oft Sparpotenzial drin. Mit dem Duschrechner (verbraucherzentrale.nrw/duschrechner) lassen sich individuelle Kosten berechnen. Die Verbraucherzentrale bietet Energieberatungen an. Infos: verbraucherzentrale-energieberatung.de.
■ Restaurant
Ein Restaurant-Besuch ist oft teuer. Doch auch mit kleinem Budget muss man darauf nicht verzichten. „Genuss und Sparsamkeit müssen sich beim Restaurant-Besuch nicht ausschließen“, betont Thomas Geppert vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Viele Gaststätten bieten unter der Woche preiswerte Mittagsmenüs an. „Mit denselben Zutaten, aber deutlich günstigeren Preisen“, sagt er. Ein paar Beispiele für solche Schnäppchen hat Tobias Ranzinger, Sprecher der Münchner Innenstadtwirte, zusammengestellt: Beim Franziskaner etwa kostet das Tagesgericht 14,50 Euro, im Löwenbräu 13,50 Euro, beim Augustiner am Dom 14,90 Euro und bei den Münchner Stubn gibt’s den „Business Lunch“ für 13,90 Euro. Auch beim Augustiner am Dom, im Brenner in der Maximilianstraße, im Goldig im Boettners am Platzl oder dem Café Luitpold lässt sich mittags Geld sparen. Im alten Hackerhaus werden Tagesgerichte ab 10,90 Euro angeboten, zwei Weißwürste, eine Breze und ein Getränk außerdem für 9,90 Euro. Thomas Geppert von Dehoga berichtet, dass es vor allem in Ruhezeiten oft Aktionen und Rabatte gibt. Er empfiehlt auch, auf Happy-Hour oder Early-Bird-Angebote zu achten.
Weitere Sparangebote versprechen Gutscheinbücher. Im „Schlemmerblock München & Umgebung 2025/2026“, der bis 1. Dezember 2026 gültig ist, bieten viele Restaurants 2-für-1-Gutscheine an: Beim Essen zu zweit ist das günstigere Gericht gratis. Das Buch kostet 44,90 Euro.
■ Einkaufen
Alles ist teurer geworden – doch auch hier können Verbraucher sparen, wie Sven Reuter, Gründer und Geschäftsführer der Preise-Vergleichs-App Smhaggle erklärt. „Wer die Tipps beherzigt, kann beim Einkaufen ganz einfach 30 Prozent und mehr sparen.“ Wichtig sei, den Einkauf genau zu planen und Angebote zu beobachten. Apps wie Smhaggle informieren, wann es auf ein Produkt Rabatt gibt. „Falls ein Markenprodukt nicht reduziert ist, lohnt sich der Griff zur Eigenmarke“, sagt Reuter. „Diese ist im Durchschnitt rund 46 Prozent günstiger und man muss qualitativ keine Abstriche machen.“ Manchmal helfe es auch, eine Woche zu warten: „Die meistverkauften Artikel sind nahezu jede Woche bei einem oder mehreren Händlern im Angebot.“ Aber: „Nicht jedes Angebot ist wirklich ein Schnäppchen“, warnt er. „Mit der smhaggle-App lassen sich Preise direkt im Geschäft überprüfen – ein Ampelsystem zeigt dabei sofort, ob sich ein Angebot wirklich lohnt.“
Auch der Kauf von Lebensmitteln wie Joghurt und Milch, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum sind, lohnt sich – sie sind oft reduziert. Bei Obst und Gemüse sollte man zu saisonalen Waren greifen und nicht zu teuer eingeflogenen.
■ Tanken
„Beim Tanken ist das Wichtigste die Uhrzeit, wenn man Geld sparen will“, sagt Andreas Hölzel vom ADAC. Am günstigsten sei der Kraftstoff abends zwischen 19 und 20 Uhr. „Man kann im Schnitt 13 Cent pro Liter sparen.“ Um preisgünstig zu tanken, helfen Apps, die Spritpreise aller Tankstellen in Deutschland immer aktuell anzeigen – wie die ADAC Drive App, Clever-Tanken oder 1-2-3-Tanken. Weiterer Tipp des Experten: der richtige Reifendruck. Eine Erhöhung des vom Hersteller angegebenen Mindestreifendrucks (oft zu finden an der B-Säule der Fahrertür) um 0,2 bar ist beim Komfort kaum zu spüren, reduziert aber den Kraftstoffverbrauch.
■ Urlaub
Die Reiselust ist ungebrochen. Das sagt Jürgen Schmude, Münchner Tourismus-Experte und LMU-Professor im Ruhestand. „Es wird selten am Urlaub gespart. Und es wird nicht auf Urlaub verzichtet.“ Bei knapper Kasse seien Abstriche bei der Ausstattung der Unterkunft oder bei der Dauer des Aufenthalts zu beobachten. Ein Spar-Tipp: „Früh buchen!“ Und: „Es muss nicht die Eins-A-Destination sein, wo alle hinfahren, sondern auch mal Ziele ins Auge fassen, die nicht alle ansteuern.“ Aktuell sei die Balkanhalbinsel – Albanien, Montenegro – sehr beliebt. Auch innerdeutsche Regionen, beispielsweise das Erzgebirge oder die Eifel, seien attraktive Reiseziele und mit ausreichend Vorlauf günstig mit dem Zug zu erreichen. Außerdem: „Die Nebensaison nutzen, ein Ausweichen auf Frühjahr oder Herbst senkt die Kosten.“
■ Geldanlage
Auch aus kleinen Sparbeträgen jeden Monat kann im Laufe der Jahre ein Vermögen entstehen. Kathy Elmenthaler von der Stiftung Warentest empfiehlt unter anderem sogenannte Exchange Traded Funds (ETFs). Diese börsengehandelten Fonds beinhalten eine Vielzahl an Aktien aus den unterschiedlichsten Branchen. „Auch für Kinder können Eltern in einen ETF-Sparplan investieren. Das geht bei den meisten Anbietern schon ab 25 Euro im Monat. Durch den langen Anlagehorizont ist hier sehr wahrscheinlich eine deutlich höhere Rendite möglich, als es bei Tagesgeldkonten der Fall wäre.“ Diese Sparpläne kann man bei Direktbanken oder Neobrokern abschließen, was günstiger ist als beim Bankberater.
Verena Hillen, Leiterin der Hauptstelle der Stadtsparkasse München, empfiehlt, sein Vermögen auf verschiedene Anlagen, Branchen und Regionen zu verteilen. „Bei den Sparplänen sollte man kurz-, mittel- und langfristige Ziele festlegen.“ Sie betont, wie wichtig es sei, so früh wie möglich mit dem Sparen für den Nachwuchs zu beginnen. Eine gute Möglichkeit seien Junior-Depots. Und, in naher Zukunft: die Frühstart-Rente. „Die Frühstart-Rente soll ab 2026 für jedes Schulkind ein staatlich gefördertes Depot ermöglichen. Das ist der Plan der Bundesregierung.“ Die Kinder würden vom Zinseszinseffekt profitieren – je früher sie starten, desto größer der finanzielle Vorsprung.DANIELA POHL, CLAUDIA SCHURI