Attacke nach der Wiesn

von Redaktion

Passagier schlägt Taxifahrer blutig

Streit-Erinnerung: Lajos G. mit blutigem Hemd. © Jantz

Blutiges Ende eines Wiesn-Abends: Weil Taxler Lajos G. (53) von einem Fahrgast niedergeschlagen wurde, musste der Angreifer vor Gericht. Die Anklage: räuberische Erpressung.

„Anfangs hatte ich drei Fahrgäste. Zwei stiegen unterwegs aus. Der Letzte wollte am Ende dann nicht bezahlen“, sagt der Taxler. Als der Mann gegen 22 Uhr angetrunken flüchten wollte, sei er ihm nachgegangen. „Dann hat er mich mit der Faust geschlagen. Mitten ins Gesicht. Ich bin zu Boden gegangen und habe geblutet.“ Bis zum nächsten Morgen musste der Taxler in der Klinik behandelt werden – seine Nase hat bis heute Schäden von der Attacke davongetragen. „Ich konnte wochenlang nicht arbeiten, hatte Schmerzen und konnte auch nicht mehr schlafen“, sagt Lajos G. Bei der Polizei stellte er einen Strafantrag.

Gestern sahen sich beide im Gericht wieder. Lajos G. als Zeuge – Peter M. (Name geändert) auf der Anklagebank. Letzterer erzählt eine andere Version: Angeblich sei der Taxler nicht mit dem Fahrpreis zufrieden gewesen. „Angezeigt waren 36,70 Euro. Aber er forderte 250 von mir.“ Es kam zum Streit. In der Karl-Theodor-Straße, wo Peter M. ausgestiegen war, wollte er eine neutrale Person aus einer Bar dazuholen, um zu schlichten – doch Lajos G. habe ihn festgehalten. „Er hatte mich bedroht. Dann habe ich mich gewehrt.“ Und zugeschlagen – mitten ins Gesicht. Den erhöhten Fahrpreis bestreitet der Taxler – ob er den Fahrgast wirklich festgehalten hatte: unklar. Die räuberische Erpressung war am Ende strittig. Das Amtsgericht stellte den Fall ein – Peter M. muss 1500 Euro an den Weißen Ring zahlen. THI

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