Christian Müller, Geschäftsführer der Münchner Wohnen, wehrt sich gegen Anschuldigungen. © Oliver Bodmer
Bald gibt‘s zwei neue Geschäftsführer in der Leitung der städtischen Münchner Wohnen. Jörg Franzen wird zum 1. Februar Vorsitzender der Geschäftsführung, Gabriele Meier ab Januar technische Geschäftsführerin. Der dritte Geschäftsführer, Christian Müller, soll andere Aufgaben im Rahmen der Geschäftsführung wahrnehmen. Unter seiner alleinigen Führung hatte das Wohnungs-Unternehmen (150 000 Mieter, 1200 Mitarbeiter) zuletzt viel Kritik eingesteckt – bis hin zu einer öffentlichen Rüge durch OB Dieter Reiter (SPD). Der Wohn-Chef wehrt sich.
Müller, früher SPD-Fraktionschef im Stadtrat, kam im Oktober 2023 in die Chef-Etage – damals als einer von mehreren Geschäftsführern. Nach den Abgängen mehrerer Chefs war er letztens allein für die Führung des Unternehmens verantwortlich. Doch Insidern zufolge soll sich der studierte Sozialarbeiter bei kaufmännischen Themen und in der Vertretung des Unternehmens nach außen Schwächen geleistet haben – was Müller bestreitet. In Zukunft soll er weniger und andere Aufgaben haben. Sein Verantwortungsbereich soll sich auf Mieter- und Beschwerde-Management, Hausverwaltungsaufgaben und Sonderthemen konzentrieren. Investieren, Bauen und Technische Infrastruktur sollen dagegen Franzen und Meier zugeschlagen werden.
Müller wies auf Anfrage die „Gerüchte“ um seine Zukunft und die Vorwürfe zurück. Sein Aufgabenbereich werde „nach meiner Kenntnis auch weiterhin“ gleich bleiben. Er habe als einziger Geschäftsführer dafür gesorgt, dass das Unternehmen „geordnet weitergeführt“ wurde. Dass Investieren, Bauen und Technische Infrastruktur mit den neuen Geschäftsführern nicht mehr seine Aufgabe sind, sei „seit Langem vorgesehen“.
Ein konkreter Vorwurf ist Müllers Umgang mit hohen Heizkosten-Abrechnungen für viele Mieter. OB und Aufsichtsrats-Chef Dieter Reiter (SPD) entschuldigte sich am Mittwoch dafür öffentlich. Bei diesem Thema wies Müller die Verantwortung von sich: „Die Herausforderungen sind nicht auf meine Entscheidungen zurückzuführen – aber ich bin derjenige, der sie aufräumt.“TG