Das neue Auge des Gesetzes

von Redaktion

Kamera-Turm in der Schillerstraße geht in Betrieb – Das sagen die Anwohner und Händler

Die neue Videokamera steht an der Ecke Schillerstraße/Adolf-Kolping-Straße. © Marcus Schlaf

Kann dieser Wachturm die Gesetzlosigkeit in der Schillerstraße endlich beenden? Nach monatelangen Beschwerden hat die Polizei Videokameras in Münchens schlimmster Straße aufgebaut. Und das hatte sofort Konsequenzen.

Seit Donnerstagabend steht der rund fünf Meter hohe Mast mit 360-Grad-Kameras an der Ecke Schiller-/Adolf-Kolping-Straße (Preis: 70 000 Euro). „Da war an dem Abend gleich deutlich weniger los“, sagt Mahmud Ghashfa (30). Er und sein Geschäftspartner Steven Hadi (40) führen den Sindbad-Supermarkt und das gleichnamige Restaurant an der Ecke Schwanthaler-/Schillerstraße. Nur wenige Meter weiter kam es seit dem Frühjahr fast täglich zu Schlägereien, Drogenkonsum und Drogenhandel. Für die Geschäftsinhaber in der Straße eine Katastrophe. Dutzende von ihnen beschwerten sich bei Stadt und Polizei. Ergebnis: die neue Kamera in der Schiller- und ein zweites Modell ein paar Meter weiter an der Ecke Adolf-Kolping-/Zweigstraße.

„Es ist sehr gut, dass die Kamera jetzt da ist“, sagt Hadi. Ein weiterer Geschäftsmann hat auch schon Verbesserungen festgestellt. „Die Schlauen haben die Kamera gleich gesehen und sind ziemlich schnell abgezogen – die weniger Schlauen haben sie nicht mal bemerkt.“

Die CSU und ihr OB-Kandidat Clemens Baumgärtner fordern seit Monaten Videokameras in der Straße – wie im gesamten Bahnhofsviertel. Baumgärtner: „Schade, dass es die Stadt mit der Sicherheit so weit hat kommen lassen – gut, dass die Polizei dem Treiben dort jetzt ein Ende setzt.“

Laut OB Dieter Reiter (SPD) sind die Kameras Teil einer größeren Strategie im Viertel: „Die Videoüberwachung ist zwar kein Allheilmittel, aber ein wichtiger Baustein, um Sicherheit und Ordnung rund um die Schillerstraße spürbar zu verbessern.“ Gestern verkündete die „Taskforce Bahnhofsviertel“ weitere Maßnahmen: Die Stadt-Sheriffs vom Kommunalen Außendienst seien hier schwerpunktmäßig unterwegs, viele Straßen hätten „die höchste Reinigungssufe“. Auch der Nußbaumpark am Sendlinger Tor mit seiner Drogenszene wird laut Stadt jetzt besser beleuchtet.THOMAS GAUTIER

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