Die Scheibe des Tram-Häuschens ging zu Bruch, Einsatzkräfte haben die Unfallstelle abgesperrt.
Nach dem Unfall am Freitag in der Früh: Der silberne VW steht im Gleisbett der Tram an der Arnulfstraße. Die Fahrerin wurde leicht verletzt. © Marcus Schlaf, Feuerwehr
Der Golf hängt mit dem Heck im Gleisbett, die Front steht auf dem Bahnsteig. Rundherum: überall Scherben der zerborstenen Scheibe des Tram-Häuschens in der Arnulfstraße. Und geschockte Fahrgäste – die dieses Mal mit dem Schrecken davonkamen!
Am 7. Mai war es an dieser Stelle richtig schlimm ausgegangen: Ein BMW-SUV krachte in den Tram-Halt, erfasste mehrere Passagiere. Zwei Frauen (22, 72) starben, drei Menschen wurden schwer verletzt. Jetzt gab‘s hier wieder einen Autounfall – und wieder hätten Menschen sterben können. Ja, wie oft denn noch?
So kam es gestern zum Unfall: Um 8.15 Uhr fuhr ein 46-Jähriger mit seinem Lkw auf der linken Spur der Arnulfstraße stadteinwärts. Rechts daneben fuhr eine Münchnerin (23) in ihrem silbernen VW.
Auf Höhe der Haltestelle schwenkte der Lkw-Fahrer auf die rechte Fahrspur und touchierte den Golf. Der drehte sich, knallte gegen das Häuschen. Die Scheibe zersprang, das Auto drehte sich weiter und landete halb auf den Gleisen. Die Fahrerin wurde nur leicht verletzt – ein Glück!
Der Unfall führte zu erheblichen Behinderungen im Berufsverkehr. Auch auf den Tram- bzw. Buslinien 16, 17, 53, 63 und 153 kam es zu Ausfällen und Verspätungen.
Auffällig: Nach dem Horror-Crash im Mai war das Tram-Häuschen wieder aufgebaut worden – mehr Schutz für Tram-Fahrgäste gab es aber nicht. Dabei hatten Verbände genau das gefordert. Für Ben Neudek von den Straßenbahnfreunden ein Unding: „Es ist reines Glück, dass dieses Mal nichts Schlimmes passiert ist.“ Er fordert hier Tempo 30 und Schutz-Poller.
Auf Anfrage unserer Zeitung gibt ein Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sogar unumwunden zu, „dass die Stelle hier gefährlich ist“. Schutzvorrichtungen müsse aber die Stadt München installieren. „Wir werden nur das beschädigte Tramhäuschen wieder entsprechend herrichten und damit den uns vorgeschriebenen Auftrag erfüllen.“THOMAS GAUTIER