Das Caritas-Jugendwohnheim an der Zieblandstraße steht zum Verkauf. © Marcus Schlaf
Wie geht es weiter mit dem Caritas-Wohnheim an der Zieblandstraße 35 in der Maxvorstadt? Mit dieser Frage beschäftigte sich gestern Abend (nach Redaktionsschluss) der örtliche Bezirksausschuss (BA). Hintergrund ist, dass die Caritas die Immobilie nach mehr als 70 Jahren verkaufen will. Derzeit finden dort rund 125 junge Menschen – darunter Auszubildende und Studierende – bezahlbaren Wohnraum.
Je nach Größe kosten die Zimmer in der Immobilie derzeit zwischen 350 und 530 Euro monatlich. Doch der Caritasverband möchte sich im Zuge einer strategischen Neuausrichtung künftig stärker auf den Betrieb sozialer Einrichtungen konzentrieren, wie Harald Bachmeier, Leiter der Caritas München Stadt und Landkreis, auf Nachfrage erklärt. Die Baulast solle hingegen reduziert werden. „Der Verkauf erfolgt aus dem Wunsch heraus, sich auf die Kernkompetenz zu fokussieren“, sagt Bachmeier.
Die Immobilie war auch der Stadt München zum Kauf angeboten worden. Die hatte aufgrund der angespannten Haushaltslage jedoch dankend abgelehnt. Nun befinde sich der Caritas-Verband in Gesprächen mit „sozial engagierten Kaufinteressenten, die die Bedeutung der Immobilie erkennen und respektieren“, so der Caritas-Chef. „Ziel dieser Gespräche ist es, eine Lösung zu finden, die den Fortbestand des Jugendwohnens am Standort möglichst sichert und den sozialen Zweck der Einrichtung erhält.
Die Caritas steht indessen im Austausch mit den Bewohnern. Die bereits ausgelaufenen Mietverträge, die immer auf maximal ein Jahr befristet waren, wurden zunächst um sechs Monate verlängert. Bei einem Verkauf vor Ablauf dieser Frist sind die Anschlussverträge Sache des neuen Eigentümers. Andernfalls soll nach Informationen unserer Zeitung eine weitere Verlängerung durch die Caritas erfolgen.
Im BA sind die Verkaufspläne schon zu einem früheren Zeitpunkt kritisiert worden. Die Viertelpolitiker hatten Im Frühsommer einen fraktionsübergreifenden Antrag zur Rettung der Einrichtung an die Stadt gestellt.AND