Clemens Baumgärtner ist der OB-Kandidat der CSU.
Für die Grünen am Start: Dominik Krause.
Amtsinhaber Dieter Reiter kandidiert für die SPD.
Wer künftig im Rathaus regiert, entscheiden die Münchner bei der Kommunalwahl am 8. März nächsten Jahres. © Preiss, Götzfried, Thedens, Bodmer
Dass bei Parteiveranstaltungen die Tonalität schon mal schärfer oder gar schräger wird, ist so ungewöhnlich nicht – auch nicht beim Parteitag der Münchner SPD am Montagabend. Allerdings schlugen in der Alten Kongresshalle nicht die Redner andere Töne an, sondern vielmehr der Wirt der Deutschen Eiche Dietmar Holzapfel und sein Lebensgefährte Sepp Sattler.
Die hatten – nicht abgesprochen, wie die SPD versichert – kurzerhand die Bühne gekapert und dort ein Lied über Dieter Reiter intoniert: In „Es gibt nur ein Rudi Völler“-Manier, nur eben mit anderem Protagonisten: „Es gibt nur ein Dieter Reiter!“ Der so Verewigte wurde anschließend von den Genossen mit 95,19 Prozent zum OB-Kandidaten gekürt. Ob die Gesangseinlage nun eher Stimmen gekostet oder gewonnen hat, ist derweil nicht überliefert.
Klar ist, der amtierende OB wird bei der Kommunalwahl am 8. März gegen den amtierenden zweiten Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) und den ehemaligen Wirtschaftsreferenten Clemens Baumgärtner (CSU) antreten. Dann wird entschieden, wer künftig das Rathaus rockt. Und: Natürlich gibt es noch weitere Kandidaten. Aber Chancen auf den Chefsessel dürfen sich wohl nur diese drei ausrechnen. Wir zeigen hier, wer wie im Dreikampf ums Rathaus punkten will.
Dieter Reiter
Der Amtsinhaber will ein lebenswertes, soziales und zukunftsfähiges München, das sich alle leisten können – besonders jene, die die Stadt am Laufen halten. Er setzt auf bezahlbare Wohnungen, starken Mieterschutz, moderne Schulen und Kitas sowie starke städtische Angebote wie Alten- und Servicezentren, die München Klinik und den München-Pass. Die Stadtverwaltung muss schneller werden, etwa durch Digitalisierung, darf dabei ältere Menschen aber nicht abhängen. Wirtschaftlich will er Münchens Stärke sichern, Zukunftsbranchen ebenso fördern wie den Handwerker um die Ecke. Er stehe für Kontinuität und Wandel mit Augenmaß: „München muss nicht neu erfunden werden – vieles ist gut, manches kann besser werden.“
Dominik Krause
Münchens zweiter Bürgermeister will als OB das Thema Wohnen von Beginn an zur Chefsache machen: „Wenn wir das nicht angehen, werden wir eine massive Verdrängung von Münchnern erleben, die für unser Gemeinwesen unersetzlich sind wie Krankenschwestern, Polizisten oder Busfahrer.“ Wichtig sei ihm gleichzeitig, Grünflächen zu schützen, denn sie machten Münchens Lebensqualität aus. Zudem sei in einer wachsenden Stadt der weitere Ausbau des ÖPNV essenziell. Und natürlich bleibe Klimaschutz eine zentrale Aufgabe. „Ich will nicht alles anders machen, aber vieles besser. Ich stehe für eine aktive, gestaltende Politik, keine, die nur abwartet und den Status quo verwaltet so wie aktuell.“
Clemens Baumgärtner
„Ich werde in unserer Stadt entscheiden und umsetzen. Weniger reden und vertrösten, sondern mehr machen. Verantwortung übernehmen, anpacken und Probleme lösen. Die Stadt wieder zum Laufen bringen“, sagt Clemens Baumgärtner. Er möchte, dass sich die Münchner und auch die Gäste in München sicher und wohlfühlen können. Und er will dafür sorgen, dass München vorankommt. „Ideologische Verkehrsprojekte ohne verkehrlichen Nutzen müssen gestoppt werden, wie zum Beispiel die Tram nach Johanneskirchen, die Umgestaltung der Leopoldstraße oder der Umbau der Lindwurmstraße jenseits des Goetheplatzes.“ Zudem will er sich dafür einsetzen, dass die Wirtschaft stark bleibt und genügend Wohnraum entsteht.SASCHA KAROWSKI