Stapelweise Müllsäcke bleiben derzeit in der Aindorfer Straße liegen, weil die Müllabfuhr wegen Falschparkern nicht mehr durchkommt. © privat
Eva-Maria Kufner kann angesichts der Verhältnisse in der Aindorfer Straße in Laim nur noch den Kopf schütteln: „Ich weiß nicht, wie lange es noch dauert, bis die Ratten kommen“, sagt die Anwohnerin. Denn vor den Häusern stapeln sich Müllsäcke vor den Tonnen. Grund für das Chaos: Seit Wochen kommt nur sehr unregelmäßig die Müllabfuhr durch die Einbahnstraße. Betroffen sei der Teilbereich zwischen der Illmünster- und Friedenheimer Straße – und das bereits seit Mitte August.
Das Problem sind Falschparker, die auf der linken Fahrbahnseite teils auf dem Bürgersteig, teils auf der Straße parken. „Wir kamen mit dem Auto nicht mehr aus unserer Tiefgarage“, sagt Kufner. Daraufhin maß sie nach: Nur 2,78 Meter blieben auf der Fahrbahn. „Es ist nicht so, dass es mich einfach nur stört“, sagt Kufner. Die verengte Fahrbahn sei ein ernstes Problem für die Sicherheit der Anwohner. Betroffen sind nämlich auch Rettungs- und Feuerwehrwagen. Laut Kufner hatten Nachbarn bereits einmal einen Rettungswagen gerufen, der dann in einer Nebenstraße parken musste.
Kufner suchte bereits Kontakt zum Mobilitätsreferat (MOR), zur Polizei, zum Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) und wandte sich auch an den Bezirksausschuss. Das MOR antwortete der Anwohnerin, es sehe von sich aus keinen Handlungsbedarf, da Gehwegparken sowieso verboten sei. Auch auf Anfrage unserer Zeitung verweist das Referat auf die Zuständigkeit der Polizei. Diese teilt Kufner mit, dass nach Auffassung der Straßenverkehrsbehörde kein Bedarf für zusätzliche Haltverbotsschilder bestehe – aus demselben Grund.
Falschparker solle sie der Polizei melden. „Ich kann nicht bei jedem Falschparker persönlich bei der Polizei anrufen“, sagt Kufner. Das habe sie bereits getan: Als sie nicht mehr aus der Tiefgarage kam, rief sie die Polizei, die den Falschparker kontaktierte, damit dieser umparkt. „Das ist aber keine Dauerlösung“, sagt Kufner. Die Polizei versichert, die Straße zu kontrollieren, sobald eine Streife frei ist.
Dem AWM ist das Problem hinlänglich bekannt. „Unsere Teams müssen häufig längere Wege zurücklegen oder alternative Anfahrtsrouten wählen“, schreibt Marie Bund, Pressesprecherin des AWM. Wann immer es möglich sei, würden betroffenen Standplätze mehrmals täglich angefahren. Zusätzlich setzen sie wohl bei Bedarf weitere Teams ein, um Rückstände so gering wie möglich zu halten.
Kufner berichtet, dass der Müllwagen zwar teilweise durchkam – allerdings nur mit Mühe.Ein AWM-Mitarbeiter habe den Fahrer rückwärts durch die enge Straße eingewiesen. Dabei hatte er die Seitenspiegel der Autos selbst einklappen müssen. „Es ging wirklich nur im Schneckentempo voran“, sagt Kufner.
Inzwischen kann die Anwohnerin ihre Tiefgarage wieder verlassen, allerdings nur aufgrund einer Baustelle vor dem Haus, die das Falschparken verhindert. Am eigentlichen Engpass in der Straße habe sich nichts geändert. Weiterhin bleiben Müllsäcke liegen, und für die Betroffenen ist unklar, wann eine Lösung umgesetzt wird.ALIA ZENKER