Hängepartie ums Hertie-Haus

von Redaktion

Unklar: Wann wird die Benko-Ruine endlich verkauft?

Oben: das verwaiste Hertie-Haus gestern Mittag. Links: Eine Artistin turnte 2007 im hohen Innenhof. © Jens Hartmann, Klaus Haag/Archiv

Mei, das waren Zeiten. Damals, als noch Betrieb war im Hertie am Hauptbahnhof. Als sich die Kunden drängten im edlen Traditions-Kaufhaus mit der legendären Käse-, Wurst- und Fischtheke im Untergeschoss. Das alles: Es sind nur noch liebe Bilder der Stadtgeschichte – und langsam verblassen sie. Das Kaufhaus hat schon seit Jahren zu, das Gebäude ist entkernt. Als Teil des insolventen Benko-Imperiums in München soll das Haus verkauft werden – aber die Sache wird zu einer zähen Angelegenheit. Wie unsere Redaktion erfahren hat, soll es nun einen Rückschlag im Verkaufsprozess gegeben haben.

Denn: Der Münchner Immobilien-Unternehmer Erich Schwaiger, der den Kauf des denkmalgeschützten Hauses zuletzt geprüft hatte, soll das Projekt auf Eis gelegt haben. Einen Notartermin in dieser Sache, der angeblich bereits anberaumt war, soll er nach Informationen unserer Zeitung kurzfristig abgesagt haben. Schwaiger selbst, der nicht nur das Kaut-Bullinger-Haus erworben, sondern zuletzt auch durch den Kauf des Schuster- und des Hirmer-Hauses in der Innenstadt Schlagzeilen gemacht hatte, ließ eine Anfrage unserer Redaktion unbeantwortet. Torsten Martini, als Insolvenzverwalter für den Verkauf des Gebäudes zuständig, will sich nicht äußern – er verweist auf seine Pflicht zur Verschwiegenheit. Damit bleibt im Ungewissen, in welchem Stadium das Projekt aus Verkäufersicht ist und ob es eventuell andere Interessenten gibt.

Klar ist dagegen: Beim Tietz-Haus (so heißt der ehemalige Bahnhofs-Hertie offiziell) reden wir von einer Renommee-Immobilie mit hohem Wert. Gerüchtehalber waren als Kaufpreis über 125 Millionen Euro im Gespräch gewesen. In fertig saniertem Zustand könnte der neue Eigentümer hier Büro- und Handelsflächen vermieten, auch etwas Gastronomie ist denkbar.

Separat auf dem Markt ist der direkt ans Tietz-Haus anschließende Karstadt-Komplex entlang der Schützenstraße. Auch dieses Gebäude gehörte zum Signa-Imperium von René Benko und wartet auf einen Käufer. S. KAROWSKI, U. HEICHELE

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