Mit diesem Mini raste Noori (Bild rechts) in den Demonstrationszug in der Seidlstraße. © Imago, Instagram
Er raste mit einem Auto in eine Fußgänger-Demo, tötete dabei zwei Menschen und verletzte zahlreiche weitere: Farhad Noori (24), Asylbewerber aus Afghanistan, steht ab 16. Januar vor dem Oberlandesgericht München. Ihm werden unter anderem zweifacher Mord, versuchter Mord in 44 Fällen sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Vorerst sind 38 Verhandlungstermine geplant, es wird ein Mammutprozess.
Noori soll sein Auto am 13. Februar in der Seidlstraße, ein Stück vor dem Stiglmaierplatz, gezielt in eine Veranstaltung der Gewerkschaft Verdi gelenkt haben. Dabei wurden eine 37-jährige Mitarbeiterin der Stadt und ihre zweijährige Tochter so schwer verletzt, dass sie wenig später im Krankenhaus starben. 44 weitere Menschen trugen zum Teil lebensgefährliche Verletzungen davon.
Nach seiner Festnahme war der Angeklagte zeitweise in der Gefängnispsychiatrie Straubing untergebracht (wir berichteten), weil seine Äußerungen zu seinem Tatmotiv höchst wirr sind. Als voll schuldfähig wurde er aber schließlich wieder zurück nach Stadelheim verlegt. Nach Erkenntnissen der Ermittler beging der Angeklagte die Tat „aus einer übersteigerten religiösen Motivation“ heraus. Gabriele Tilmann, leitende Oberstaatsanwältin der Generalstaatsanwaltschaft München, hatte am Tag nach der Tat erklärt, Noori habe „Allahu Akbar“ gerufen und nach dem Anschlag gebetet. In seiner Vernehmung habe er überdies eingeräumt, bewusst in die Demonstrationsteilnehmer gefahren zu sein.
Brisanter Fakt: Farhad Noori hätte sich eigentlich gar nicht mehr in Deutschland aufhalten dürfen, da sein Asylantrag nach einem vierjährigen Verfahren abgelehnt worden war. Dennoch hatte ihm die Stadt München im April 2021 eine Duldung und im Oktober 2021 einen Aufenthaltstitel erteilt. Die Gründe dafür sind bislang unbekannt.
Der 7. Strafsenat unter dem Vorsitz von Richter Michael Höhne will die Tat bis 25. Juni 2026 verhandeln.MM/IWI