Reinhard Pfeiffer, Messe-Geschäftsführer.
Stefan Rummel, MesseGeschäftsführer.
Spektakulär: Die Bauma zieht Gäste aus aller Welt und dank des riesigen Außengeländes auch Neugierige aus der Nachbarschaft an. © IMAGO/F. Hoermann/Sven SIMON, M. Schlaf (2)
Die Messe München hat ein „Mega-Messejahr“ hinter sich. 2025 war das umsatz- und ergebnisstärkste Jahr in der Geschichte der Münchner Messegesellschaft, das gaben die beiden Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel jetzt bekannt. Nach der vorläufigen Jahresbilanz wird ein Umsatzrekord von rund 600 Millionen Euro erwartet. Das bedeutet einen Nettogewinn von 100 Millionen Euro. Der Grund: In diesem Jahr fanden acht von insgesamt zwölf Weltleitmessen statt, darunter auch die besucherstärksten Messen Deutschlands, die IAA und die Bauma. Insgesamt kamen 2,5 Millionen Besucher nach Riem. Von den starken Besucher- und Ausstellerzahlen profitiert die ganze Stadt. Über fünf Milliarden Euro wurden im Zusammenhang mit den Messen ausgegeben. „Davon gehen rund 80 Prozent nach München und in die Region“, so Rummel. Damit leiste die Messe München einen spürbaren Beitrag zur Wirtschaftsförderung und zum regionalen Tourismus. Es sei daher wichtig, die Leitmessen am Standort zu halten und weiterzuentwickeln. „Wir freuen uns deshalb auf drei weitere Jahre IAA“, erklärte Pfeiffer.
2026 wird wieder ein normales Messejahr, mit dem europäischen Kardiologen-Kongress als Topveranstaltung. 35 000 Herzspezialisten aus der ganzen Welt werden nach München kommen. „Kongresse sind für uns enorm wichtig“, betonte Pfeiffer. Zudem gebe ein Kongressbesucher in der Stadt gut doppelt so viel aus wie ein Messebesucher. „Allein wegen der Übernachtungen.“ Gibt es vielleicht auch wieder Konzerte in Riem? Einen Zeitslot im August gäbe es jedenfalls. Im Januar könnte es eine Entscheidung geben, sagt Rummel.
Auch das Auslandsgeschäft wird immer wichtiger. Nach China und Indien expandiert die Münchner Messe nun nach Saudi-Arabien und in die USA. Überall finden zum Beispiel Bauma-Ableger statt. Bald auch in Brasilien. Doch München ist konkurrenzlos. Kein Standort habe so eine Fläche wie in Riem mit seinen über 610 000 Quadratmetern, wo man eine solche Messe durchführen könne, beruhigte Rummel.
Allerdings ist das Gelände in Riem seit der Eröffnung 1998 in die Jahre gekommen. Deshalb gibt es ab 2026 erste Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, ab 2031 startet dann die große Bauphase. Unter anderem werden die Sanitäranlagen erneuert, das Freigelände ertüchtigt, die Hallen bekommen LED-Wände, weitere Hallendächer und das Parkhaus erhalten Solarzellen. Insgesamt soll ein höherer dreistelliger Millionenbetrag investiert werden. Ein großer Wunsch der Messechefs: Eine S-Bahn-Anbindung. „Derzeit sind wir komplett von der U-Bahn abhängig.“ Dabei gibt es am Nordende der Messe bereits alle Voraussetzungen für eine S-Bahn-Station. Doch für den Anschluss über eine Verschwenkung nach Feldkirchen müsste der Erdinger Ringschluss geklärt werden. CARMEN ICK-DIETL