Münchner will Todes-Boot zurück

von Redaktion

Neuer Prozess nach Gardasee-Drama von 2021 – Eltern der Opfer sind empört

Mit diesem Boot der Marke Riva rammten die zwei Münchner Manager 2021 das Holzboot eines Liebespaares. © GG/ropi

Spurensicherung nach der tödlichen Kollision am Gardasee. Zwei Menschen verloren ihr Leben. © Gabriele Strada

Seit vier Jahren lässt der tragische Tod ihrer Kinder ihnen einfach keine Ruhe: 2021 rammten zwei Münchner Manager in einem Luxus-Motorboot das Boot von Greta Nedrotti (25) und Umberto Garzarella (37) auf dem Gardasee – die jungen Leute starben (wir berichteten). Jetzt müssen sich deren Eltern wieder vor Gericht mit den Schuldigen herumschlagen. Einer der beiden fordert laut mehreren Medienberichten sein Boot zurück. Doch das wollen die Angehörigen der Opfer unbedingt verhindern.

Seit dem 9. Dezember läuft das Verfahren vor einem Gericht in der norditalienischen Stadt Brescia. Dem Manager gehört das Boot der Marke Riva – ein exklusives Gefährt mit dem Namen „Orso“ (italienisch für Bär). Das hatten die Behörden beschlagnahmt. Der Münchner fordert die Herausgabe. Laut seinem Anwalt gebe es keine Gründe, das abzulehnen.

Das sehen Gretas Eltern, Nadia und Raffaele Nedrotti, anders. In einer Stellungnahme ihrer Anwältin sagen sie, sie halten es für „zutiefst ungerecht, dass das Motorboot Orso wieder verkehren darf – insbesondere auf dem Gardasee“. Die Eltern halten das Ganze für eine „Farce“, sagten sie italienischen Zeitungen. „Das Traumatisierende ist, dass er wieder ans Steuer zurückkehren könnte. Wenn die Riva nicht wieder zu Wasser gelassen wird, umso besser.“

Bis das Gericht entscheidet, wird es noch etwas dauern. Erst mal soll ein Gutachter feststellen, ob die Orso an sich gefährlich ist. Denn: Die grünen und roten Positionslichter des Bootes waren nicht zugelassen. Der Gutachter soll klären, ob das zum verhängnisvollen Unfall führte. Der Prozess soll am 26. Januar fortgeführt werden. Beide Anwälte waren auf Anfrage nicht zu erreichen.

Die zwei Münchner hatten auf der Fahrt nach Garda in der Nacht des 19. Juli 2021 das Holzboot des Liebespaares gerammt. Garzarella starb sofort an seinen schweren Verletzungen. Seine Freundin ging gegen 23.30 Uhr über Bord. Ihre Leiche wurde später im Hafen von Portese gefunden. Die Manager fuhren nach dem Zusammenstoß einfach weiter. Vor Gericht sagten sie, sie seien damals von einem Zusammenstoß mit Treibholz ausgegangen.

Eine Version, die ihnen der Richter nicht abnahm: Der Münchner, der das Boot gefahren hatte, wurde wegen fahrlässiger Tötung zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, der Bootsbesitzer zu zwei Jahren und elf Monaten. THOMAS GAUTIER

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