Die Angst um die Autos

von Redaktion

Schlitz-Alarm in Sendlinger Tiefgarage: Anwohner wütend über Vandalismus

Auch die Reifen der Autos sind nicht sicher. Sie werden von unbekannten Tätern zerstochen.

Dietmar H. ist wütend: Seit mehreren Monaten werden in der Tiefgarage seines Wohnhauses in Sendling geparkte Autos scheinbar wahllos beschädigt. © Martin Hangen (2), privat

Seit einigen Wochen traut sich Dietmar H. nicht mehr, sein Auto über Nacht in der Tiefgarage in Sendling zu parken. Denn ein Unbekannter treibt dort sein Unwesen, zerkratzt die Fahrzeuge mit einem Messer, zersticht Reifen. „Es ist mittlerweile überbordend“, sagt Dietmar H. Persönlich habe noch niemand den Täter gesehen. „Mein Auto ist eines von wenigen, das noch nicht beschädigt worden ist“, sagt der 68-Jährige. Dennoch: Die Unsicherheit unter den Bewohnern ist groß.

Seit etwa 17 Jahren wohnt Dietmar H. mit seiner Frau und seinem Sohn in der Fernpaßstraße. Wie viele andere seiner Nachbarn parkt H. seinen Wagen derzeit draußen auf der Straße. „Das geht schon einige Wochen so. Letztens wurden sogar 20 Autos beschädigt“, sagt er. Das bestätigt auch die Polizei gegenüber unserer Zeitung. Bereits am 1. November seien die Beschädigungen angezeigt worden. Mitte November seien innerhalb weniger Stunden mehr als 20 Vorfälle gemeldet worden. Laut Polizei haben Bewohner von neun Gebäuden Zugang zu der Tiefgarage. Öffentlich ist sie eigentlich nicht zugänglich. Etwa 85 Stellplätze gibt es, sagt Dietmar H.

Die Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen vermietet die betroffenen Gebäude in der Fernpaßstraße. Der Fall ist dort bekannt, sagt ein Sprecher auf Anfrage der tz. „Wir nehmen diesen sehr ernst.“ Die Gesellschaft sei mit den Mietern im Austausch.

Ein solcher Umfang an Sachbeschädigung ist äußerst ungewöhnlich, sagt der Sprecher außerdem. „Wir prüfen deshalb derzeit die Anbringung von einer oder mehreren Kameras in der Tiefgarage.“ Bis zum Abschluss der Prüfung würden die Hausmeister vermehrt Kontrollgänge durchführen.

Im Rahmen der Ermittlungen sind bei der Polizei Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. „Die Ermittlungen finden in enger und kontinuierlicher Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft München I statt, um eine umfassende Aufklärung des Sachverhalts zu gewährleisten“, heißt es. Wie hoch der Sachschaden genau ist, ist unbekannt.FRANZISKA WEBER

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