Streit um Pläne für neues Quartier

von Redaktion

Laim: Bezirksausschuss kritisiert späten Schulbau und fordert soziales Zentrum an U-Bahn

So sieht das Areal in Laim derzeit noch aus. © Hangen

Fast 700 neue Wohnungen sollen im Bereich Zschokke- und Westendstraße in Laim entstehen. © Laux Architekten

Fast 700 neue Wohnungen sollen im neuen Quartier an der Zschokke- und Westendstraße in Laim entstehen. Ein symbolischer Spatenstich mit OB Dieter Reiter (SPD) ist für Februar vorgesehen. Doch im Bezirksausschuss (BA) gibt es Kritik an den Plänen.

Das rund 9,5 Hektar große Areal, früher unter anderem als Straßenbahndepot genutzt, beschäftigt Stadt und Politik bereits seit 2007. Besonders zäh verlief die Planung wegen der komplexen Eigentumsverhältnisse: Der nördliche Teil gehört den Stadtwerken (SWM), kleinere Flächen der Eisenbahner-Baugenossenschaft und der Landeshauptstadt. Im BA stellten nun Dragan Grahovac von der Stadtplanung sowie Christina Risinger und Andreas Herrscher von den Stadtwerken München den aktuellen Stand des Bauvorhabens vor.

Geplant sind genossenschaftlicher, geförderter und frei finanzierter Mietwohnungsbau, vier Kindertageseinrichtungen, eine fünfzügige Grundschule, eine offene Einrichtung für Kinder und Jugendliche sowie ein Alten- und Servicezentrum (ASZ). Außerdem sollen 1,45 Hektar Grünflächen mit einem Quartierspark mit großen Bäumen und einem Spielplatz entstehen. Stellplätze mit einem niedrigen Schlüssel von 0,3 bis 0,4 pro Wohnung sollen in eine Tiefgarage kommen.

Im ersten Bauabschnitt im Norden sollen 212 Wohnungen durch die Stadtwerke entstehen, weitere 42 Wohnungen baut die Eisenbahner-Baugenossenschaft. Die Gebäude sind mit modernen Holzfassaden geplant. Bezugsfertig sollen die Wohnungen Ende 2028 sein. Ein weiterer Bauabschnitt mit rund 420 Wohnungen ist ab 2029 geplant. Die Bauzeit soll erneut etwa drei Jahre betragen.

Noch offen ist die Zukunft einer Fläche in direkter U-Bahn-Nähe. Ursprünglich waren dort Bürogebäude der Stadt sowie das ASZ vorgesehen. Da für die Büros kein Bedarf mehr besteht, wird derzeit eine anderweitige Nutzung geprüft. „Wir können dort noch mehr Werkswohnungen unterbringen, vielleicht auch gewerbliches Wohnen“, sagte Christina Risinger. Der Wegfall des ASZ-Standorts stieß im BA jedoch auf deutliche Kritik – die Mitglieder fordern weiterhin ein ASZ in direkter U-Bahn-Nähe.

Besonders scharf fiel die Kritik am späten Schulbau aus. Die Schule soll erst zum Schuljahr 2031/32 an den Start gehen – nachdem bereits hunderte Wohnungen fertiggestellt und viele neue Familien eingezogen sind. Alexandra Gaßmann (CSU) hat für die Planungsabfolge wenig Verständnis: „Wir nehmen einen Druck in dieses Viertel hinein, das kann man einfach nicht hinnehmen.“

Zudem ist unklar, wo das Bürgerhaus, die Kita sowie der Kinder- und Jugendtreff untergebracht werden. Christian Hartranft (Grüne) erinnerte daran, wie oft das Bürgerhaus bereits vorgeplant worden sei. Er wünscht sich dieses nahe der U-Bahn, um dem Viertel einen gut erreichbaren sozialen und kulturellen Ankerpunkt zu geben.

Die Planung für die Grünflächen bewertete der BA positiv. Jeder gefällte Baum wird ersetzt, zusätzlich sind weitere Pflanzungen vorgesehen – darunter klimaresiliente Arten und Kirschbaumalleen.

Bei vielen Detailfragen verwiesen Stadt und SWM auf das Referat für Bildung und Sport (RBS). Im BA herrschte Einigkeit, dass das RBS im kommenden Jahr im Gremium Rede und Antwort stehen muss. BA-Chef Josef Mögele (SPD) kritisierte die mangelnde Transparenz und forderte, nun endlich „Nägel mit Köpfen“ zu machen, damit auf die vielen offenen Fragen verbindliche Antworten folgen.FABIAN ENGLMANN

Artikel 4 von 11