Tempo 30 an der Todes-Haltestelle

von Redaktion

Nach schweren Unfällen an der Arnulfstraße: OB Reiter spricht Machtwort

Ein BMW war im Mai in den Tram-Halt gerast. Zwei Personen starben später in der Klinik. © Marcus Schlaf

Absicherung der Gefahrenstelle: Oberbürgermeister Dieter Reiter an den neuen Pollern.

Mehr Sicherheit am Horror-Häusl: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat jetzt die Trambahnhaltestelle Donnersbergerstraße mit Pollern absichern lassen. Der Rathauschef hatte diese Maßnahme angekündigt, nachdem es an dem Wartehäuschen dieses Jahr zu zwei schweren Unfällen gekommen war – einmal mit tragischen Folgen: Der Unfall im Mai forderte zwei Todesopfer (wir berichteten). Die Poller sollen für mehr Sicherheit sorgen, doch das ist nicht alles: Bald müssen Autofahrer hier auch runter vom Gas gehen – Reiter will an dieser Stelle Tempo 30 anordnen.

Der gefährliche Tram-Halt befindet sich an der Arnulfstraße vor dem Mercedes-Händler. Bei der Tragödie am 7. Mai war ein BMW-SUV in das Wartehäuschen gekracht. Zwei Frauen (22, 72) starben später im Krankenhaus, mehrere Menschen wurden schwer verletzt.

Bei dem zweiten Unfall, der sich am 7. November ereignete, touchierte ein Lastwagen einen VW, der sich dadurch im Gleisbett der Tram querstellte und gegen das Häuschen knallte. Zum Glück ging dieser Unfall glimpflich aus, die Autofahrerin kam mit leichten Verletzungen davon. Doch bereits am selben Tag war für OB Reiter klar: „Das darf so nicht weitergehen.“

Der Münchner Rathauschef hatte angesichts der schweren Unfälle angeordnet, die Verkehrssicherheit zu überprüfen und die Sicherheit für die Wartenden an der Haltestelle zu erhöhen.

Ergebnis: Neben den Pollern soll eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Bereich der Station die Gefahr entschärfen. „Die Unfälle an der Donnersbergerstraße haben auf tragische Weise gezeigt, wie gefährlich die Situation ist, wenn Fahrzeuge unkontrolliert und mit hohem Tempo in den Bereich einer Haltestelle gelangen. Poller reichen nicht aus – wir müssen alle rechtlich und fachlich möglichen Maßnahmen ergreifen, um Menschen besser zu schützen und solche Unfälle künftig zu verhindern. Deshalb halte ich Tempo 30 und bessere Markierungen für eine gute Lösung. Die Verkehrssicherheit muss Vorrang haben“, sagt Reiter unserer Zeitung.

Die Beschilderung für das Tempolimit soll nach aktueller Planung Mitte Januar angebracht werden. Die Markierungen auf der Fahrbahn, die erneuert und erweitert werden, sollen witterungsbedingt im Frühjahr folgen. Zudem werde die Polizei gebeten, an dieser Stelle zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen.DAP, SKA

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