Endspurt bei der Geschenke-Jagd

von Redaktion

Gedränge, Umsatz und jede Menge Warteschlangen – Münchner stürmen die Innenstadt

Shopperin Lisa-Marie Birnbeck stärkt sich nach dem Einkauf mit Schokofrüchten.

Erst Kaffee kaufen, dann peruanisch essen: Sabine Wilhelm und Rosl Haider.

Eine Weihnachtstradition: Der Ansturm auf Dallmayr (oben li.). Das große Foto zeigt den Weihnachtstrubel am Marienplatz. © Achim Schmidt (5)

Advent, Advent, die Lunte brennt – nur noch zwei Tage bis Weihnachten. Und natürlich müssen in letzter Minute noch Geschenke her. Am Samstag war die Innenstadt deshalb so voll wie zu Zeiten vor dem Online-Kaufrausch. Am Marienplatz und in den umliegenden Straßen wuselten Menschen mit Einkaufstüten herum, und auch die Christkindlmärkte freuten sich über regen Zulauf von hungrigen und durstigen Packerl-Jägern. Rund 160 000 Leute bevölkerten die Kaufinger- und Neuhauserstraße, meldet der Händlerverband City Partner. Dazu flanierten in der Sendlinger und Theatinerstraße noch mal je um die 70 000. „Die Stadt war sehr gut besucht, was auch am Wetter lag“, sagt City-Partner-Geschäftsführer Wolfgang Fischer.

Vor dem Dallmayr an der Dienerstraße bildete sich eine lange Schlange. „Ich kaufe hier jedes Jahr etwas Feines“, sagt Maja Blöchinger. Wie viele andere Menschen hat die Münchnerin, die inzwischen in der Schweiz lebt, Weihnachtsgeschenke theoretisch abgeschafft. Aber praktisch muss doch etwas Bestimmtes her. „Ich will Pralinen für meine Nachbarin kaufen, weil sie die Katze hütet“, verrät sie.

Sabine Wilhelm aus Giesing und ihre Mutter Rosl Haider aus Ismaning wollen dieses Jahr zum ersten Mal auf Weihnachtsgeschenke verzichten. „Wir schenken einander nur uns selbst als Familie“, sagt Wilhelm. Was natürlich nicht heißt, dass man nichts kaufen darf. „A bissel was geht schon“, relativiert Mutter Rosl die Geschenke-Sperre, und Tochter Sabine kündigt an: „Wir gehen jetzt zum Dallmayr rein und kaufen uns Kaffee. Dann gehen wir schön essen. Peruanisch oder Afghanisch, irgendwas Modernes.“

Zwei, die sich dem Geschenke-Trubel gerne hingeben, sind Simone Speda und Daniel Goldbach aus München. Den Großteil ihrer Präsente haben sie schon ergattert, jetzt geht es an die Kleinigkeiten. „Wir wissen noch nicht, was wir kaufen, wir lassen uns inspirieren“, sagen sie. „Den Dallmayr haben wir aber speziell angesteuert. Das hat sich so etabliert an Weihnachten. Ein Baumkuchen für die Oma wäre zum Beispiel was.“ Die beiden shoppen an Weihnachten lieber in der Fußgängerzone als im Netz, erzählen sie, „aber nur in München.“

Gut für die Innenstadthändler: „Dieses Jahr haben wir auch noch Montag und Dienstag als Brückentage“, sagt Wolfgang Fischer. „Und der Samstag nach Weihnachten wird dank Geldgeschenken und Gutscheinen auch nochmal boomen.“ Ein Advents-Feuerwerk an Überraschungen. I. WINKLBAUER, A. SCHMIDT

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