Ein rund 20 Meter langer Balken muss beseitigt werden. Der Verkehr wird umgeleitet. © Thomas Gautier
Das Sägeblatt frisst sich kreischend durch den meterdicken Beton, zerstückelt einen Riesen-Brocken in metergroße Einzelteile. An der Bayerstraße zersägen Arbeiter gerade ein dickes Stück Hauptbahnhof – aber warum?
Die Baustelle liegt am Süd-Ausgang gegenüber der Goethestraße. Laut Bahn-Sprecher wurde hier ein neuer Treppenaufgang zur U4/U5 gebaut. Der ist aktuell nicht zu sehen, sondern hinter einer großen Holzwand versteckt. Den alten Aufgang von der U-Bahn zum Hauptbahnhof hatte die Bahn schon lange gesperrt. Er musste laut Sprecher weg, „um mehr Platz zu schaffen für das neue Empfangsgebäudes des Hauptbahnhofs sowie das Vorhaltebauwerk für die U9“ – eine U-Bahn-Linie, die erst in den 2040er Jahren in Betrieb gehen soll.
Um die neue Treppe zur U4/U5 zu bauen, mussten die Arbeiter eine Grube ausheben und mit Betonpfählen absichern. Auf diesen Pfählen liegt ein sogenannter Kopfbalken: ein dickes, rund 20 Meter langes Trumm aus Beton. Genau dieser Kopfbalken wird jetzt zersägt – denn er liegt im Weg! Laut Bahnsprecher soll an dieser Stelle wieder die Bayerstraße verlaufen. Die Auto-Fahrspur ist wegen der Arbeiten derzeit umgeleitet.
Neben der neuen Treppe soll am Süd-Ende des Hauptbahnhofs auch das neue Interims-Empfangsgebäude entstehen: ein fünfstöckiger Quader, in dem Reisezentrum, Information und Fundstelle unterkommen sollen – also all das, was wegen der Baustelle im alten Empfangsgebäude keinen Platz mehr hat. Das 20 Millionen teure Gebäude solle laut Sprecher noch 2026 fertiggestellt werden. Der neue Hauptbahnhof wird laut Bahn erst nach 2035 fertig.T. GAUTIER