Hier gilt der neue Böller-Bann

von Redaktion

Die Silvester-Regeln für den Tierpark und die ganze Stadt

Ein absolutes Böller- und Raketenverbot gilt in der Altstadt und 150 Meter rund um den Tierpark. © Markus Götzfried

Heuer gilt an Silvester erstmals eine Böller- und Raketen-Verbotszone rund um den Tierpark Hellabrunn. Unsere Redaktion berichtete bereits über die neuen Regeln, jetzt gibt’s die Details. Konkret: Die kracherfreie Zone bildet einen Gürtel von 150 Metern Breite um Hellabrunn (siehe auch Karte rechts). Verboten sind hier alle Arten von Feuerwerk, also Böller, Raketen und Fontänen.

Das Hellabrunner Böllerverbot soll die Tiere vor Lärm und Stress schützen. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat entsprechende Verbotsschilder aufstellen lassen, zum Beispiel an der Thalkirchner Brücke. Vom KVR heißt es zur Begründung: „Der Tierpark Hellabrunn spielt eine wichtige Rolle in internationalen Zucht- und Erhaltungsprogrammen, die es im Interesse der Artenvielfalt und im Hinblick auf zukünftige Generation zu sichern gilt.“ Im Norden beginnt die Verbotszone an der Brehmstraße. Sie erstreckt sich von der Lindenstraße im Osten bis zur Willroiderstraße im Süden und verläuft im Westen entlang des Isarwehrkanals.

Zusätzlich gibt’s weitere Verbotszonen in der Innenstadt sowie innerhalb des Mittleren Rings – die galten allerdings bereits im vergangenen Jahr. In der Fußgängerzone gibt’s die gleichen strengen Regeln wie am Tierpark, also ein Feuerwerks-Vollverbot. Erlaubt sind hier nur harmlose Mini-Artikel wie Wunderkerzen oder Knallerbsen. Betroffen sind derMarienplatz inklusive Viktualienmarkt sowie dieWein-und dieDienerstraße bis zur Ecke Schrammerstraße. Auch der Rindermarkt,die Rosenstraße sowie die Kaufinger- und dieNeuhauser Straße bis einschließlich Stachus liegen in der Verbotszone.

Sonderregeln gelten auch innerhalb des kompletten Mittleren Rings. Hier verhängt die Stadt wie schon in den Vorjahren ein Böllerverbot. Das bedeutet, so das Referat: „Es ist nicht erlaubt, pyrotechnische Artikel der Kategorie F2 mit ausschließlicher Knallwirkung (beispielsweise Böller) zu zünden.“ Anderes Feuerwerk – also zum Beispiel Raketen, Batterien und Fontänen – ist dagegen erlaubt.

Die Stadt weist darauf hin, dass Verstöße gegen die Feuerwerksregeln mit empfindlichen Geldbußen bis zu 50 000 Euro geahndet werden können. Und wer mit illegaler Pyrotechnik hantiert, riskiert sogar Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren.

Die legale Gaudi wollen sich die Münchner derweil nicht nehmen lassen. Viele kaufen nach wie vor gern Feuerwerk. Das berichtet Philip Plan, Inhaber des Ladens Götterfunken in der Landwehrstraße (Bahnhofsviertel). Er sagt: „Bei uns ist genauso viel los wie immer, die Leute standen zum Teil sogar vor dem Laden an.“ Und was kaufen sie am liebsten? „Die Jungs wollen immer Böller“, lacht Plans Ehefrau Katja, die gestern mit Freundin Claudia an der Kasse aushalf. „Die Frauen greifen eher zu Batterien. Auch die Vulkane gehen immer gut.“ Für den Verkaufsstart am Montag hatten die beiden sich schick gemacht mit Leopardendress und Glitzerhut. Obwohl sie ihr Geschäft mit Böllern und Raketen machen, findet es das Ehepaar Plan gut, dass in der Innenstadt und am Tierpark Feuerwerk verboten ist. „Eigentlich sind es vielleicht fünf Prozent Idioten, die diese schweren Unfälle verursachen – aber derentwegen sollen doch nicht alle leiden. Der größte Teil meiner Kundschaft macht das aus Liebe zum Feuerwerk“, sagt Plan. Das bestätigt Stammkundin Maike Ring: „Die Waren sind sehr hochwertig. Ich habe mir jetzt zum Beispiel ein Kaltstart-Raketenset für 28 Euro besorgt.“ Beliebt sind auch Sets wie das Styria 3 mit sechs Kugelkopfraketen, die für ihre satten Effekte bekannt sind.

Wer auf klassisches Feuerwerk verzichten will, aber trotzdem Lust auf Spektakel hat, für den gibt’s Alternativen. Zum Beispiel die neue Silvestermeile in der Ludwigstraße mit Laser-Show (Infos und Tickets: silvestermeile.de).G. WINTER

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