Priester sucht schwulen Mitbewohner

von Redaktion

Pfarrhaus-Wohngemeinschaft: Wolfgang Rothe will geschützten Raum schaffen

Im Gang des Pfarrhauses gibt es viele Einbauschränke, die ebenso mitgenutzt werden können. © Privat

Wolfgang Rothe bei der Verleihung des Verfassungsordens mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner. © Achim Frank Schmidt

Schwule Pfarrhaus-WG sucht dritten Mitbewohner: Seit ein paar Tagen sucht der offen schwule katholische Priester Wolfgang Rothe mit dieser Überschrift über einem Facebook-Beitrag nach einem neuen Mitbewohner. Und am besten sollte dieser auch schwul sein. Denn Rothe (58) will geschützte Räume bieten und auch, dass seine Pfarrhaus-WG in Feldmoching-Hasenbergl ein geschützter Raum bleibt.

Seit eineinhalb Jahren wohnt er dort auf einer Fläche von 180 Quadratmetern. „Angesichts der Wohnungsnot konnte ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, alleine dort zu wohnen“, sagt er. Daher hat er eine WG mit zwei Mitbewohnern daraus gemacht. Beide schwul, beide Freunde. Nun ist einer ausgezogen.

Der gesuchte neue Mitbewohner muss weder in der Kirche sein noch einen bestimmten Glauben vertreten, aber: „Er muss unseren akzeptieren.“ In der WG wird viel über die Kirche und über Theologie gesprochen. Es ist daher natürlich von Vorteil, wenn der Neue nicht davon abgeneigt ist. Das Alter spielt keine Rolle. „Es soll harmonieren und ein Miteinander stattfinden“, sagt Rothe.

Der Priester und Seelsorger tritt seit Jahren für die Rechte queerer Menschen ein und unterstützt Opfer sexuellen Missbrauchs. Für seinen Einsatz hat er erst Anfang Dezember den Verfassungsorden vom Landtag erhalten.

Für das WG-Zimmer gingen seit dem Facebook-Beitrag jedenfalls schon mehrere Bewerbungen ein. Der nächste Schritt ist ein erstes Kennenlernen, erklärt Rothe. Schließlich wünscht sich der Priester eine Wohngemeinschaft und keine Zweck-WG.FRANZISKA WEBER

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