DREIKÖNIG

Rätsel um den Stern von Bethlehem

von Redaktion

Gab es ihn wirklich?

Marco Sproviero von der Volkssternwarte München erklärt, was am Himmel passieren könnte. © privat

Uralter Mythos: Die Heiligen Drei Könige – geführt vom Stern von Bethlehem. Die Sternsinger erinnern in der heutigen Zeit an die biblische Erzählung. © dpa

Bei Eiseskälte sind sie noch bis morgen als Heilige Drei Könige verkleidet in Bayern unterwegs: die Sternsinger. Der Brauch basiert auf der biblischen Erzählung im Matthäus-Evangelium über die Weisen aus dem Morgenland, die einem Stern folgten, um dem neugeborenen Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe zu bringen. Erst im 6. Jahrhundert wurden aus den Weisen „Könige“, denen später die Namen Caspar, Melchior und Balthasar gegeben wurden.

Aber was ist wirklich dran am Mythos vom Stern von Bethlehem? „Es gibt drei Theorien, was in der Zeit astronomisch am Himmel passiert ist: Entweder war es ein Komet, eine Supernova oder – und das finde ich am wahrscheinlichsten – die Dreifachkonjunktion“, berichtet Marco Sproviero, Vorsitzender der Beobachtergruppe Sternwarte Deutsches Museum. „Die Dreifachkonjunktion ist eine Sternenkonstellation, bei der Jupiter und Saturn im Sternzeichen der Fische nahe beieinander stehen. Im Jahr 7 vor Christi gab es diese Konstellation gleich dreimal am Himmel über Bethlehem zu sehen.“ Jupiter und Saturn sind besonders helle Planeten. Wenn sie einander begegnen, bildet sich ein besonders helles Licht. Vom Saturn war Sproviero schon früh angetan: „Ich hab ihn zum ersten Mal als Kind beim Besuch der Sternwarte gesehen und dachte nur Wow!“

Wenn das Wetter es zulässt, kann man 2026 eine ganze Reihe von kosmischen Ereignissen am Himmel sehen, allen voran zwei Sonnen- und Mondfinsternisse. „Am 17. Februar gibt es eine ringförmige Sonnenfinsternis, die leider hauptsächlich in Asien und nicht in Europa sichtbar ist. Genauso wenig wie die totale Mondfinsternis am 3. März“, sagt Sproviero. Dafür kann man die totale Sonnenfinsternisam 12. August partiell auch bei uns in Mitteleuropa sehen. Am besten begibt man sich dafür vor 20 Uhr in eine Rooftop-Bar mit freier Sicht nach Westen oder auf den Olympiaberg – Schutzbrille nicht vergessen! Am 28. August ist nachts ab 3.30 Uhr eine partielle Mondfinsternis sichtbar.

„Am 19. Februar hat der Merkurden größten Abstand von der Sonne und ist bei uns am Abendhimmel Richtung Westen zu sehen“, so Sproviero. „Schön ist auch die schmale Mondsichel, die man am 19. April bei den Plejaden beobachten kann. Das Schauspiel wiederholt sich am 11. Juli nachts um 2.30 Uhr.“ Weiteres Highlight: das Treffen der hellsten Planeten, Venus und Jupiter, am 9. Juni um 22 Uhr. „Jupiter ist sehr wuchtig und daneben die kleinere Venus, das ist schon sehenswert.“ Wer Lust auf mehr Eindrücke bekommen hat, kann Fotos von Himmelskörpern bis Ende März im Vorraum der Museums-Bibliothek bestaunen.G. WINTER

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