Nein, die Brille von Clemens Baumgärtner stammt nicht von Brillen Müller aus der Fürstenrieder Straße. Der Oberbürgermeister-Kandidat der CSU hat den Laden aber bewusst gewählt, um sein Verkehrskonzept für die Stadt vorzustellen. Denn dort sieht man vieles, was nach Baumgärtners Meinung in der Münchner Verkehrspolitik falsch läuft: „Wenn der Verkehr wie auf der Fürstenrieder Straße nur noch einspurig läuft, funktioniert etwa der Lieferverkehr nicht mehr.“ Die Einzelhändler dort können ein Lied davon singen. Viele hatten durch den Bau der Tram-Westtangente Einbußen oder mussten ganz schließen, weil auch die Kunden die Geschäfte kaum noch erreichen konnten. „Die Mehrheit der Anwohner war gegen die Tram“, sagt Baumgärtner.
Was Verkehrskonzepte für Anwohner angeht, setzt der OB-Kandidat eher aufs Auto. So plädiert er beispielsweise an der Landshuter Allee für einen Tunnelbau. „Ich weiß, wir haben im Moment kein Geld dafür, aber wenn ich mir volkswirtschaftlich ausrechne, was der Tunnel brächte, sehe ich das als Investition in die Zukunft.“ Damit ließen sich die Staus vermindern. „Wollen wir denn, dass der Verkehr fließt, oder dass er steht?“, fragt Baumgärtner und macht für das Stehen die rot-grüne Stadtspitze verantwortlich. Doch räumt er ein: „Wenn sich die Luftverschmutzung an der Landshuter Allee wieder verschlimmert, müssen wir dort wohl zu Tempo 30 zurück.“ GABRIELE WINTER